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Hilden
Hildenerin hat ein Patenkind in Bolivien

Hilden: Hildenerin hat ein Patenkind in Bolivien
Sabine Sohnius mit Leydi und deren Eltern in dem abgelegenen Heimatdorf der Familie FOTO: Sohnius
Hilden. Seit gut vier Jahren unterstützt Sabine Sohnius die zehnjährige Leydi. Dieses Jahr hat sie das Mädchen in seinem Heimatdorf besucht. Von Ilka Platzek

Es war ihr erster Besuch in Bolivien, dem lateinamerikanischen Binnenstaat, der umgeben ist von den Ländern Chile, Peru, Brasilien und Paraguay. Dort lebt Sabine Sohnius' zehnjähriges Patenkind Leydi mit seiner Familie. Die Hildener Heilpraktikerin und ihr Lebensgefährte Ralf Nett haben Leydi und ihre Familie im Rahmen eines vierwöchigen Bolivienurlaubs einen Tag in ihrem kleinen Dorf südlich von Potosí auf etwa 4000 Meter Höhe kennengelernt: "Ich unterstütze Leydi seit gut vier Jahren mit monatlich 28 Euro. Außerdem kann man dem Kind Kleinigkeiten zum Spielen oder für die Schule in einem Shop kaufen, den die Patenvermittlung ,Plan International' betreibt", erzählt Sohnius. Der Shop soll verhindern, dass einzelne Patenkinder überdimensionierte Geschenke bekommen und so vielleicht den Neid anderer Kinder wecken, glaubt Sohnius.

Die Hildenerin wurde durch eine Freundin auf die Idee gebracht, sich ein Patenkind zu suchen: "Sie hatte bereits eins und das gefiel mir. Deswegen habe ich jetzt auch eines." Interessierte Paten können wählen, aus welchem Land das Kind kommen soll, und ob es lieber ein Junge oder ein Mädchen sein soll. Den Rest entscheidet Plan International. "In der Gemeinde angekommen, fuhren wir zunächst zu Leydis Familie, wo wir aufs Herzlichste begrüßt wurden", erzählt Sohnius. Einfach war die Verständigung nicht, da Leydis Mutter Regina nur Quechua spricht, Leydi aber Quechua und Spanisch, wie ihr Vater.

Dank der Übersetzung eines Plan-Mitarbeiters erfuhr die Hildener Patin, dass die Eltern von der Landwirtschaft leben, Leydis älterer Bruder - ein ehemaliges Patenkind -studiert und Leydis Lieblingsfächer in der Schule Sprachen und Mathematik sind. "Außerdem erzählte man uns, dass durch Plan International jetzt jede Familie im Dorf fließendes Wasser hat und alle Kinder der Gemeinde die Schule besuchen können." In Bolivien gibt es zwar eine Schulpflicht bis zur achten Klasse, aber es ist in den abgelegenen Gegenden oft nicht möglich, zur Schule zu gehen.

"Nachdem wir von Leydis Mutter reichlich bewirtet wurden, durfte Leydi die mitgebrachten Geschenke auspacken. Nach dem Essen fuhren wir mit der Familie zum Dorfplatz, wo sich die ganze Gemeinde versammelt hatte. Es wurde musiziert und getanzt." An diesem Tag gab es keinen Schulunterricht, denn Bolivien hat seine Unabhängigkeit von Spanien gefeiert. Offizieller Feiertag ist der 6. August, aber auch die beiden Tage davor und danach wird an vielen Orten gefeiert. "Da die Rückfahrt in die bolivianische Hauptstadt weit war, konnten wir nur wenige Stunden bleiben." Die Heilpraktikerin ist froh darüber, dass ein Besuch überhaupt möglich war und sie ihr Patenkind kennenlernen konnte.

Sabine Sohnius und ihr Lebensgefährte haben nur wenige Stunden mit Leydi und ihrer Familie verbracht. Sohnius hat die kurze Zeit dennoch gereicht, um sie darin zu bestärken, das Mädchen weiter zu unterstützen: "Ich könnte mir gut vorstellen, sie in fünf Jahren noch einmal zu besuchen. Dann ist sie schon 15." Weitere Infos www.plan.de

Quelle: RP
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