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Hilden
Hildenerin macht Hände zu Kunst

Hilden. Eine ganz eigene Bildwelt stellt Manuela Stein mit "Handarbeiten" in der Städtischen Galerie im Bürgerhaus aus. Mit der Kamera fokussiert sie Details ihrer Hände. Von Astrid Schoene

In doppelter Hinsicht sind ihre Hände ihr wichtig. Sie halten die Kamera, und sie sind Modell. Kühl, distanziert und auch emotional fokussiert sich Manuela Stein auf Details ihres Körpers - in dieser Ausstellung auf ihre Hände. Die Malerin und Fotografin hat sich so eine eigene Bildwelt erschaffen. Seit gestern ist sie zu sehen in der Städtischen Galerie im Bürgerhaus.

"Eine äußerst sehenswerte Ausstellung", begeistert sich Kulturamtsleiterin Monika Doerr. "Handarbeiten", so der leicht irritierende Titel, biete ganz neue Sichtweisen auf Hände.

Manuela Stein ist in Hilden aufgewachsen. Erst spät hat sie sich für ein Kunststudium entschieden und sich dann nach der Malerei der Fotografie zugewandt. In den zwei Galerie-Räumen widmet sie sich fototechnisch nur ihren Händen. Sie entführt den Betrachter in eine Bilderwelt mit Sogwirkung. Dank digitaler Möglichkeiten verwandeln sich Haut, Finger, Handballen zu organischem Material - geteilt, verfremdet und rekonstruiert.

Herausgekommen sind kühle pastellfarbige Skulpturen, die Stein recht nüchtern als C-Print auf Aludibond benennt - Bilder, die surreal anmuten.

15 kleinformatige Ausschnitte führen in die Ausstellung hinein. Zeigen Hände, die variationsreich an Speckfalten kneten, kneifen, zupfen. Danach kann man bei den unterschiedlichen "Hand"-Serien seinen Assoziationen freien Lauf lassen. Das Auge glaubt Höhlenlandschaften, arabische Ornamentalik, Gesteins- oder Pflanzenformationen zu sehen - in Mustern, Reliefs und sanfter Symmetrie. Dahinter verbergen sich Haut und Finger.

Als Blickfang erweist sich das langformatige Bild "haende_waechter", beeindruckend und ein bisschen gruselig in seiner Wirkung, je nach Blickwinkel. Finger, aneinander gereiht, ineinander verflochten. Erinnern an tierische Monster-Gebisse.

Viele gedankliche und technische Schritte geht Manuela Stein bis dahin. "Ich suche mir aus den unzähligen Aufnahmen einen Ausschnitt heraus, der mir etwas sagt, der mich berührt. Dann entscheide ich, ob es sich zur Serie, zum Einzelbild oder zum Ursprungsbild für eine ornamentale Gestaltung eignet. Das heißt für mich: probieren, experimentieren, drehen, klappen, spiegeln, zoomen, aneinanderreihen oder auch verwerfen. So lange, bis ich das Gefühl habe, dass das Ergebnis spannend wird. Oft überrascht es mich auch selbst." Spannung bietet auch der zweite Galerieraum. Hier herrscht Symmetrie mit erstaunlich farbigen Tapetenbändern und schnurgeraden Reihen sepia-getönter "Hand"-Impressionen. Aber auch in echt faszinieren die Hände der Künstlerin. In Bildanimationen sieht man sie - Folienknäul und Haare kraftvoll zupackend und zerknüllend.

Quelle: RP
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