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Hilden/Haan
Historisches rund ums Holz

Hilden/Haan: Historisches rund ums Holz
Beim Kolpinghaus an der Kirchhofstraße in Hilden sind Baudetails – wie etwa die wuchtigen Holzdecken – bei der Sanierung durch modernen Baukonstruktionen verdeckt worden. Karin Herzfeld (Mitte) lieferte bei der ersten Führung die Fakten. FOTO: Tinter, Anja
Hilden/Haan. Der Tag des offenen Denkmals findet alljährlich im September statt. Seit 1993 öffnen die Kommunen denkmalgeschützte Gebäude. Die Öffentlichkeit soll für die Bedeutung des kulturellen Erbes sensibilisiert werden. Von Anke Reiffert

Türen sind überwiegend aus Holz gefertigt. Es überdauerte die Jahrhunderte – das wurde bei einer speziellen Führung deutlich, die der Bergische Geschichtsverein in Haan aus Anlass des Tags des offenen Denkmal organisiert hatte. Beim Rundgang im Denkmalbereich Stadtmitte-Haan galt das Augenmerk den historischen Holztüren. Entlang der Kaiserstraße finden sich dabei viele Eingangspforten mit Geschichte.

"Komplett zerstört wurde die Tür des Becherhus bei einem Brand vor 14 Jahren. Sie wurde originalgetreu nachgebaut und ist somit die jüngste Tür dieses Rundgangs" erklärt Paul Zimmermann, der gut 20 Interessierte während des Vortrages von der Kaiserstraße über die Walder Straße bis zum Rathaus führte. An vielen denkmalgeschützten Gebäuden findet man noch die Originaltüren. Zimmermann erklärt aber auch, dass es sehr teuer und aufwändig sei, diese historischen Schätze zu erhalten. "Deshalb sind viele Holztüren im Lauf der Zeit ausgetauscht worden".

Besonders schön ist der Eingang des alten Gebäudes der Firma Hammerstein. Etwas zurückliegend an der Kaiserstraße. Die Tür ist mit Metallbeschlägen im floralen Muster verziert. Der Rundgang endet im Rathaus. Dort erfahren die Besucher, dass im Inneren die schlichten aber doch schönen Originaltüren erhalten sind. Sogar das Schild, welches den Sitzungssaal ausweist, ist unverändert. "Man geht ja eigentlich immer nur so durch die Stadt, Rundgänge wie dieser lassen den Betrachter die Dinge intensiver erleben", sagt Andreas Schild am Ende der Veranstaltung. "Halten Sie die Augen offen, jede Tür hat ihre eigene Geschichte", gibt Lothar Weller, Vorsitzender des Bergischen Geschichtsvereins, den Teilnehmern des Führung zum Abschluss mit auf den Weg.

In Hilden führte Karin Herzfeld von der Denkmalbehörde der Stadt eine Gruppe von rund 50 Besuchern durch das erst kürzlich renovierte Kolpinghaus. "Es ist das erste Mal, dass eine Führung wie diese hier stattfindet.", sagt sie. Viele Teile aus Holz sind hier verbaut, auf den ersten Blick ist das oft nicht mehr zu erkennen. So wurde zum Beispiel der ehemals große Veranstaltungssaal in der ersten Etage aufgeteilt. Heute befinden sich dort mehrere Büroräume. Die beeindruckende Holzdecke ist zwar unter der neuen Konstruktion noch immer vorhanden, doch sie ist nicht mehr zu sehen. Fotos dokumentieren, wie der große Raum vor der Renovierung ausgesehen hat. "Ja so kenne ich das noch", sagt Ingeborg Forsthoff-Bauer. Sie erklärt, dass sie früher hier die Tanzschule besucht hat. "Aber mit der neuen Aufteilung ist der Raum nicht wiederzuerkennen", fügt sie hinzu. Auch denkmalgeschützte Gebäude dürfen verändert werden, sofern man den ursprünglichen Zustand gegebenenfalls wieder herstellen kann, erfahren die Besucher von Karin Herzfeld. Das bedeutet, dass die Geschichte eines Denkmals, sofern man es pflegt, noch lange nicht abgeschlossen ist.

(RP/ila)
 
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