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Hilden
Hurra, wir sind "Bibliothek des Jahres"

Hilden: Hurra, wir sind "Bibliothek des Jahres"
Jubel in der Stadtbücherei: Das Team um Leiterin Claudia Büchel (Mitte) bekommt den wichtigsten deutschen Bibliothekspreis. Eine Sensation und große Anerkennung, findet Bürgermeisterin Birgit Alkenings. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Die Auszeichnung ist der einzige nationale Bibliothekspreis in Deutschland und wird am 23. Oktober übergeben. Von Christoph Schmidt

In Deutschland gibt es 9948 Bibliotheken. Der Deutsche Bibliotheksverband, in dem 3000 Büchereien organisiert sind, kürt jedes Jahr eine einzige zur "Bibliothek des Jahres". Preisträger in diesem Jahr ist die Stadtbücherei Hilden. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury eine "vorbildliche und beispielhafte Bibliotheksarbeit" und bringt ihre "Wertschätzung für innovative Ideen und Aktivitäten zum Ausdruck".

Für Bürgermeisterin Birgit Alkenings ist der Preis eine große Ehre und eine echte Sensation: "Man muss sich nur mal die Liste der Preisträger aus den Vorjahren anschauen. Dort finden sich viele Universitäts- und Staatsbibliotheken oder Großstadtbüchereien. Das ist eine ganz andere Liga. Die Auszeichnung zeigt, wie gut die Angebote der Stadtbücherei Hilden tatsächlich sind."

"Das ist ein großes Kompliment für unsere Arbeit, mit dem wir nicht gerechnet haben", freut sich Leiterin Claudia Büchel: "Im vergangenen Jahr erhielten wir als einzige NRW-Bibliothek dieser Größe beim Bibliotheksindex, dem einzigen freiwilligen bundesweiten Leistungsvergleich, vier Sterne für Angebote, Nutzung, Effizienz und Entwicklung. Und jetzt der bedeutendste deutsche Bibliothekspreis - mehr kann man nicht erreichen. Das war eine Gemeinschaftsleistung, für die unser ganzes Team (15 Mitarbeiter) kontinuierlich gearbeitet hat." Büchel übernahm vor sieben Jahren die Leitung und stellte die Bücherei konzeptionell auf: "Wir stellen das Kunden-Interesse in den Mittelpunkt." Das kommt bei den Nutzern gut an. 151.569 wurden im vergangenen Jahr gezählt (2014: 149.065). Damit ist die Stadtbücherei die wichtigste kulturelle Einrichtung der Stadt. Jeder von ihnen entlieh im Durchschnitt 5,5 Medien (Bestand: 49.464). Der Medienetat je Einwohner beträgt zwei Euro. Die Stadtbücherei befragt regelmäßig ihre erwachsenen Kunden. Ergebnis: Fast drei Viertel beteiligen sich an der Umfrage. Nahezu alle (95 Prozent) sind mit der Qualität des Gebotenen zufrieden. Die Bücherei ist multimedial geworden. Dort findet man nicht nur Bücher und Zeitschriften, sondern auch Musik-CD, Filme, Hörbücher, E-Books, Spiele - und kostenfreien Internetzugang. An der "Q-thek" im Foyer können die Kunden Tablets, Smartphones und E-Book-Reader testen. Die Stadtbücherei ist im Internet präsent, hat in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter eine eigene Seite und sogar einen eigenen Blog. Damit will Büchel vor allem junge Menschen erreichen. Interessant ist auch, was am häufigsten ausgeliehen wird. Klassische Bildungslektüre ist passé. Bei den Romanen war es im vergangenen Jahr "Erwartung" von Jussi Adler-Olsen - ein Thriller. Auch bei den Hörbüchern kam ein Thriller auf Platz 1: "Passagier 23" von Sebastian Fitzek. Das am häufigsten ausgeliehene Sachbuch war die Lektürehilfe zu Joseph Roths "Hiob". Das beliebteste Jugendbuch war "Flammender Zorn" von Suzanne Collins (Tribute von Panem 3). Bei den Bilderbüchern landete Astrid Lindgrens "Pippi findet einen Spunk" auf dem ersten Platz. Die meistausgeliehene CD war "Bravo Hits 87", bei den DVD "Saving Mr. Banks" mit Tom Hanks, bei den Gesellschaftsspielen "Kakerlaka".

Die Stadtbücherei ist auch ein Lernort - mit schicken Sofas und gut ausgestatteten Arbeitsecken. Schüler treffen sich dort, um allein oder in Gruppen Hausaufgaben zu machen. Lernpaten unterstützen die Kinder dabei. Es gibt spezielle Angebote für die Jüngsten - ebenso wie für Ältere. Seit fünf Jahren treffen sich regelmäßig Senioren, um Gesellschaftsspiele auszuprobieren. Dazu ist die Stadtbücherei ein kulturelles Zentrum. Im vergangenen Jahr fanden dort 381 Lesungen, Diskussionen, Konzerte, Ausstellungen mit 8229 Besuchern statt.

Quelle: RP
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