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Hilden
Ideenwerkstatt fürs Ehrenamt boomt

Hilden: Ideenwerkstatt fürs Ehrenamt boomt
FOTO: Staschik, Olaf (ola)
Hilden. 92 Freiwillige haben in zehn Jahren das EFI-Seminar (Erfahrungswissen für Initiativen) besucht. 72 sind noch aktiv. Von Christoph Schmidt

EFI steht für "Erfahrungswissen für Initiativen". Diese Fortbildung wird engagierten Frauen und Männern seit zehn Jahren in Hilden angeboten. Mit großem Erfolg: Das Projekt "Lernpaten" beispielsweise ist 2007 in einem EFI-Kursus entwickelt worden. Heute betreuen über 50 Lernpaten 80 Kinder an 13 verschiedenen Schulen in Hilden. EFI ist so etwas wie die Ideenwerkstatt für das Ehrenamt in Hilden. Von hier kommen neue Impulse und Ideen - und hochmotivierte Freiwillige, die etwas für die Gemeinschaft tun wollen. So wie Waltraud Fricke, Resi Burghof, Atika Belbachir und Monika Dittrich vom jüngsten EFI-Jahrgang. Sie haben das Angebot "Kochen international" organisiert.

Vier deutsche Frauen und vier Asylbewerberinnen aus Marokko, Ägypten und Albanien lernen sich beim Kochen kennen. Die katholischen Gemeinde St. Jacobus stellt Küche und Lebensmittel zur Verfügung. Am 9. Dezember findet der fünfte Kochtreff statt. "Wir haben einiges gelernt", fasst Resi Burghof ihre Erfahrungen zusammen: "Wir wollen das Projekt fortsetzen und suchen Mitstreiter." Die Pfarre wird sie weiter unterstützen, hat Peter Groß, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, schon zugesagt.

Annette Knelange-Marx ist bereits in der katholischen Gemeinde vielfältig engagiert, arbeitet im Gemeinderat und in der Pfarrbrief-Redaktion mit, singt im Chor Cantus Dei. Was nimmt sie aus EFI mit? "Wir wollen den Besuchsdienst der Gemeinde ausbauen und erweitern", muss sie nicht lange überlegen. Regina Schütte ist schon seit drei Jahren Lernpatin an der Elbsee-Schule. Sie will Kindern jetzt Märchen vorlesen und Schulaktionen begleiten. Ursula Weber plant Deutsch-Kurse für Flüchtlinge. Rosa Pachek besucht in St. Jacobus und im Rahmen der Nachbarschaftshilfe Alleinstehende. Anne Mühlhausen will Ausflüge und kleine Reisen für die Arbeiterwohlfahrt organisieren: "Am Montag fahren wir zum Weihnachtsmarkt nach Aachen." Atika Belbachir unterrichtet seit zwölf Jahren ehrenamtlich Arabisch und wird jetzt als "Quartiers-Lotsin" in Hilden-Mitte Einwohnern und Neubürgern helfen. Monika Dittrich betreut den Newsletter der Flüchtlingshilfe St. Jacobus.

Von 92 EFI-Absolventen sind 72 immer noch aktiv, hat Bürgermeisterin Birgit Alkenings recherchiert. Deshalb seien die 10.000 Euro für den EFI-Kursus, die die Stadt seit 2013 übernimmt, gut angelegtes Geld: "Das ist Förderung des Ehrenamts in Hilden. Das ehrenamtliche Engagement dient auch dazu, sich persönlich weiterzuentwickeln." Die EFIs seien in 43 verschiedenen Bereichen der Wohlfahrtspflege, Kirchen, Nachbarschaftszentren oder Selbsthilfegruppen aktiv und motivierten vor allem auch andere, sich einzusetzen. "Wir brauchen EFI - auch für die Flüchtlinge", betont Awo-Vorsitzender Altbürgermeister Günter Scheib: "Wir brauchen Menschen, die andere an die Hand nehmen. Es lohnt sich auch für diese Freiwilligen - weil sie ganz viel für sich persönlich zurückbekommen werden."

Quelle: RP
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