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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Im Dschungel des Notdienstes

Hilden. Keine Geschichte hat die Hildener in dieser Woche mehr empört als die von dem Vater, der nicht wusste, wohin mit seinem kranken Kind.

Sie ist auch empörend. Nicht, weil ein Kind schon mal fiebern kann. Oder weil hier ein Vater "ein Fass auf" gemacht hätte - wie manche meinten, posten zu müssen. Sondern weil an dieser Geschichte die Auswirkungen von Willkür und Desinformation wie unter einer Lupe deutlich wurden.

Erstens: Der Vater hatte keine Chance herauszufinden, an wen er sich wenden sollte. Ein Notfall für die Klinik - wo Notfälle behandelt erden - war sein Kind ebenso wenig wie für den Notruf. Unter der Nummer, die eingerichtet wurde, um Auskunft über die diensthabende Praxis nach Dienstschluss zu geben, gab und gibt es nur Warteschleifen. Das Krankenhaus verwies ihn nach Solingen, wo er nach langer Fahrt auch ankam. Ohne Auto eine Unmöglichkeit.

Zweitens: Niemand bei der verantwortlichen Kassenärztlichen Vereinigung hat bisher erklärt, wie die Auswahl der "übrig" bleibenden Notdienstpraxen im Kreis getroffen wurde. Drei im Norden (Essen, gleich neben Velbert und Ratingen), aber keine mehr im Süden - wer hat sich das ausgedacht? Inzwischen sprechen gut informierte Ärzte von "persönlichen Rivalitäten auf KV-Ebene", unter denen der Kreis Mettmann zu leiden habe.

Für Kostensenkungen haben sowohl die Kinderärzte als auch die Eltern Verständnis. Über die genannten Vorgänge schütteln sie den Kopf.

goekcen.stenzel@rheinische-post.de

Quelle: RP
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