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Kreis Mettmann
Im Kreis Mettmann fehlen tausende Sozialwohnungen

Kreis Mettmann. Bis zum Jahr 2025 fallen in den zehn Städten rund 4000 öffentlich geförderte Wohnungen weg. Von Oliver Wiegand

Bis zum Jahr 2020 werden in Deutschland pro Jahr (!) etwa 400.000 neue Wohnungen benötigt. Die Zahlen hat das Pestel-Institut ermittelt. Auftraggeber war das Bündnis Sozialer Wohnungsbau. Nicht ganz überraschende Erkenntnis der Studie: Knapp ein Fünftel, also etwa 80.000 Wohnungen, müssten Sozialwohnungen sein. Zu spüren ist die Wohnungsnot im Niedrigpreissektor auch im Kreis Mettmann.

SPD und Grüne wenden sich im Kreisausschuss jetzt an die Verwaltung. Ergebnis: In den Jahren 2010 bis 2025 fallen rund 4000 Sozialwohnungen in den zehn Städten des Kreises weg. Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Flüchtlinge Anspruch auf Hartz IV und bezahlten Wohnungen haben, stehen die Städte in den nächsten zehn Jahren vor großen Herausforderungen. Der Wegfall ist durch Neubau derzeit nicht annähernd zu kompensieren. In den Jahren 2010 bis 2014 wurden im Kreis Mettmann 334 öffentlich geförderte Mietwohnungen gebaut. 2015 werden 54 Mietwohnungen gefördert. Für das Förderjahr 2016 liegen bereits mehrere Anfragen vor.

Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung fehlen im Kreis Mettmann bis zum Jahr 2020 rund 8050 öffentlich geförderte Wohnungen. Hauptgrund für den Wegfall vieler Sozialwohnungen ist die planmäßige Tilgung von Darlehen mit öffentlichen Mitteln gebauter Häuser, die zwischen 1960 und 1980 gebaut wurden. In Städten ist in den letzten Jahren viel gebaut worden. Investoren haben dabei aber vor allem auf den lukrativen Bau von Reihen- und Doppelhäusern gesetzt. Der Kreis geht davon aus, dass der soziale Wohnungsbau in den kommenden Jahren wieder anziehen wird und begründet das mit verbesserten Förderkonditionen. Derzeit gebe es bei Förderdarlehen einen Tilgungsnachlass von 35 Prozent. Davon erhofft man sich "entscheidende Impulse". Darüber hinaus werde bereits seit Jahren eine aktive Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Dazu gehört auch die Teilnahme an Immobilienmessen wie die ExpoReal in München sowie die Seniorenmessen und Intgerationskonferenzen.

Quelle: RP
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