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Kreis Mettmann
Immer weniger Betriebe bilden aus

Kreis Mettmann: Immer weniger Betriebe bilden aus
Im Handwerk ist man zufrieden mit der Entwicklung der Lehrstellen: Mit 547 abgeschlossenen Verträgen ist das Vorjahresniveau erreicht worden. FOTO: dpa
Kreis Mettmann. Der demografische Wandel macht sich bemerkbar. In den nächsten zehn Jahren gehen 30.000 Bürger in Rente. Von Oliver Wiegand

In den zehn Städten des Kreises gibt es insgesamt 12.573 Betriebe. Doch bei nur 2591 von ihnen haben Jugendliche die Chance, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. "Der Rest der Betriebe bildet gar nicht aus", sagt Ansgar Fißbeck, Bereichsleiter für Ausbildung bei der Agentur für Arbeit.

Einmal im Jahr zieht die Agentur Bilanz, was die Zahl der freien und besetzen Stellen angeht. Und noch immer gilt im Kreis Mettmann: Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge sinkt ebenso wie die Zahl der gemeldeten Bewerber und Stellen. Der demografische Wandel, - mehr alte Menschen und immer weniger Jugendliche - macht sich im Kreis bemerkbar. In Zahlen heißt das: Im Kreis gibt es 2279 gemeldete Ausbildungsstellen, das sind 181 weniger als noch vor einem Jahr. Bei den Bewerbern um eine Lehre hat die Agentur 3370 Jugendliche gezählt, das sind 145 weniger als vor einem Jahr. Unbesetzt bleiben trotz eines Bewerberüberhangs in diesem Jahr 295 Stellen, das sind 38 mehr als im Jahr zuvor.

"In den nächsten zehn Jahren werden im Kreisgebiet rund 17 Prozent der derzeit Beschäftigten in Rente gehen. Dies bedeutet, dass rund 30.000 Menschen ersetzt werden müssen", sagt Wolfgang Mai, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit. Es sei wichtig, dass Unternehmen weiter ausbilden, ansonsten werden ihnen die Fachkräfte mittelfristig ausgehen, so Mai. Jugendliche, die ihre Ausbildung in Köln, Wuppertal oder Düsseldorf absolvieren, kehren in der Regel nicht mehr in den Kreis zurück, so Mai weiter.

"Derzeit pendeln 46 von 100 im Kreis Mettmann wohnenden Azubis für ihre Ausbildungsstelle in die Nachbarstädte, davon rund die Hälfte nach Düsseldorf", erklärt Wolfgang Mai. Trotz weniger Bewerbern und des Rückgangs der gemeldeten Stellen geht die Schere zwischen Angebot und Nachfrage weiter auseinander. So kommen im Ausbildungsjahr auf 100 Bewerber 68 Stellen; im Jahr zuvor waren es noch 70 Stellen. An der Spitze der Berufe, die sich Jugendliche wünschen, liegen Kaufleute und Verkäufer. "Jungs wollen am liebsten Unterhaltungselektronik verkaufen, Mädchen gerne im Modegeschäft arbeiten - das klappt aber nicht immer", warnt Mai und bittet junge Leute, auch Alternativen in Betracht zu ziehen. Wer sich jetzt auf einen Ausbildungsplatz bewerben möchte, dem kann die Berufsberatung der Agentur für Arbeit in allen Gemeinden des Kreises helfen. Wer noch nicht weiß, was er machen soll, kann sich an die Berufsberatung wenden und unter der kostenfreien Servicenummer 0800 4 5555 00 einen Termin vereinbaren. In jeder Stadt gibt es noch freie Stellen, erklärt die Agentur. Im Handwerk ist man zufrieden mit der Entwicklung der Lehrstellen. Mit 547 abgeschlossenen Verträgen ist das Vorjahresniveau erreicht worden, berichtet Gabriele Leßel von der Kreishandwerkskammer. Genau die gleiche Zahl wie im Vorjahr, exakt 1592 abgeschlossene Ausbildungsverträge, konnte auch die die Industrie- und Handelskammer auf ihrer Seite verbuchen. Deutlich mehr Verträge gab es in den Bereichen Elektro, Metall sowie im Hotel- und Gaststättenbereich, sagt Clemens Urbanek, IHK.

Quelle: RP
 
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