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Werbegemeinschaft Hilden
Immer weniger Vereine beim Itterfest

Das Itterfest 2017 in Hilden
Das Itterfest 2017 in Hilden FOTO: Christoph Schmidt
Hilden. Bereits zum 36. Mal organisiert die Werbegemeinschaft Hilden am Wochenende das Itterfest in der Innenstadt. Viele Vorsitzende von Vereinen finden nicht mehr genug Helfer, um die Stände vier Tage lang zu besetzen. Von Christoph Schmidt

70 Händler bauen ihre Stände und Fahrgeschäfte auf, aber nur fünf Hildener Vereine: die Musketiere, KG Rot-Weiß, Jecke Fründe, Narrenakademie und die Alten Herren vom SV Hilden Nord. Zum Vergleich: 2004 bei der 23. Auflage beteiligten sich noch 14 Vereine an dem Herbstfest - mehr als doppelt so viele wie heute.

Woran liegt das? "Für das Itterfest haben wir 30 Mitglieder zu wenig", scherzt Michael Deprez, Präsident der Kniebachschiffer. Er persönlich hätte ja gerne mitgemacht beim Itterfest - allein ihm fehlen die nötigen Helfer, um den Stand über vier Tage mit jeweils zwei Schichten zu besetzen. Und das bei rund 50 Mitgliedern. "Wir haben im Verein zu wenig Leute für so was", erklärt Deprez. Die Kniebachschiffer veranstalten schon das Angerfest: "Allein das ist ein Kraftakt. Da wird wirklich jede Hand gebraucht. Ohne Freunde und Unterstützer könnten wird das gar nicht stemmen."

Die Musketiere machen wieder mit. "Wir brauchen rund 35 Helfer für das Itterfest", weiß Präsident Manfred Dyla. "Die finden wir auch jedes Jahr, weil wir zum Glück noch viele Mitglieder (rund 135) haben." Das Itterfest sei für die Musketiere doppelt wichtig: "Wir können uns als Verein präsentieren und verdienen dort Geld, um unsere Veranstaltungen zu finanzieren." Die Kirmes sei nicht mehr interessant genug, findet Dyla: "Das liegt an den Auflagen des Ordnungsamtes." Die Narrenakademie (rund 80 Mitglieder) muss auch 30 Helfer für das Itterfest aufbieten, berichtet Präsident Manfred Hemme: "Häufig sind es immer die selben, die mithelfen." Die Narrenakademie begleite das Kinderprinzenpaar durch die Session und organisiere diverse Veranstaltungen. "Das kostet Geld, das erst einmal verdient werden muss." Das Itterfest sei eine "schöne Institution" für Hilden, findet Hemme: "Deshalb sollten die Vereine dort auch präsent sein." Für Schausteller sei das Itterfest sehr interessant, berichtet Bastian Mey, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Hilden: "Wir haben genügend Bewerbungen. Fast alle Schausteller sind schon lange dabei." Zum Vergleich: Die St.-Sebastianer-Schützen mussten in diesem Jahr ohne Kirmes feiern, weil wegen der schlechten Geschäftsaussichten keine Fahrgeschäfte kommen wollten.

Das Itterfest finde eine Woche nach einer großen Kirmes in Bocholt statt, weiß Mey: "Von dort kommen viele Schausteller nach Hilden. Wir zahlen nicht dafür, dass Fahrgeschäfte kommen." Das Standgeld sei seit Jahren nicht erhöht worden. 40 Euro sind pro Meter zu zahlen. Mitglieder der Werbegemeinschaft bekommen 50 Prozent Nachlass. Auch für Kunsthandwerk gebe es besondere Konditionen. Im Vorjahr habe die Werbegemeinschaft mit dem Itterfest Verlust gemacht: "Diesmal gehe ich von schwarzen Zahlen aus." Mit der Sicherheit gebe es keine Probleme. Die meisten Zufahrten zur Innenstadt seien durch Poller versperrt. "An den wenigen offenen Zufahrten stehen Anhänger als Hindernisse." Am Sonntag sind alle Parkhäuser in der City geöffnet. Die Einfahrt ist zu den angeschlagenen Zeiten, die Ausfahrt jederzeit möglich, so Mey.

Quelle: RP
 
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