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Hilden/Haan
Jagd am Sandberg empört Hundehalter

Hilden/Haan: Jagd am Sandberg empört Hundehalter
Gabi Klaassen mit ihren Hunden Joker und Hachiko am Sandberg FOTO: Staschik, Olaf (ola)
Hilden/Haan. Spaziergänger haben beobachtet, wie Jagdgesellschaften auch am Kesselsweier auf Wild geschossen haben. Von Alexandra Rüttgen

Gabi Klaassen ist immer noch aufgeregt, wenn sie von ihren Erlebnissen im Dezember erzählt. Zweimal beobachtete sie an der Stadtgrenze zwischen Hilden und Haan Jagdszenen. Die erste Montag, 7. Dezember, 15 Uhr, auf dem ehemaligen Segelfluggelände Kesselsweier. Die zweite Dienstag, 29. Dezember, 12.15 Uhr, am Sandberg gegenüber einem Spielplatz. Beide Male sei die Jagd nicht gesichert gewesen, berichtet sie. "Es war nirgends ein Hinweisschild angebracht." Auch habe sie niemanden gesehen, der die Spaziergänger informierte oder um Vorsicht bat. Dabei "tummelten sich unzählige Spaziergänger, Kinder und auch Hundebesitzer auf der ehemaligen Segelflugwiese". Sie seien "regelrecht geflüchtet". "Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn eine Kugel bis auf einen der ringsum führenden Spazierwege gelangt wäre."

Der Pächter des Gebietes (Name der Redaktion bekannt) will dazu keine Stellung nehmen. Die Flächen, auf denen beide Jagden stattfanden, gehören der Stadt Hilden. Auch sie hat die Beschwerde von Gabi Klaassen erreicht. "Der Pächter muss uns und der Polizei die Jagd anzeigen", erläutert der Erste Beigeordnete Norbert Danscheidt. "Das hat er gemacht. Damit hat er seine formale Pflicht erfüllt." Dass der Pächter und die Jagdgesellschaft Leib und Leben von Spaziergängern riskiert haben könnten, erscheint Danscheidt als sehr unwahrscheinlich. "Die Situation ist seit Jahren schon so, und es hat bisher nie Probleme gegeben." Das Beschwerdeschreiben habe die Stadt an die zuständige Untere Jagdbehörde im Kreis Mettmann weitergeleitet. Diese werde sich wohl mit dem Pächter in Verbindung setzen.

Jäger demonstrieren in Düsseldorf FOTO: dpa, jhe

Auf den Fall angesprochen winkt Reiner Piech, Leiter des Hegerings Hilden, ab. "Ich sag' da nichts mehr zu", sagt er bitter angesichts des fortwährenden Konfliktes zwischen Jägern und unbeteiligten Bürgern. Um diese Zeit und in diesem Areal werde vor allem Niederwild geschossen - Füchse, Kaninchen, Hasen und Enten, "damit sie sich nicht ins Grenzenlose vermehren". Sehr wohl sei die Markierung von Jagdgebieten gängige Praxis, sagt Piech. "Es werden auch Absperrungen gemacht. Wir haben da extra Schilder. Aber die Leute ignorieren ja alles", gibt er zu bedenken.

Hildens Förster Dennis Anders, selbst Jäger, liegt das Beschwerdeschreiben ebenfalls vor - eine "hochemotionale Schilderung", wie er sagt. Viele Jahre schon pflege die Stadt Hilden einen guten Kontakt mit den Jagdpächtern. Und auch er sei an Jagden schon beteiligt gewesen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich so gewesen ist", sagt Anders. Geltende Regel sei, dass "Spazierwege nicht überjagt werden dürfen". Und bevor eine Jagd losgehe, überzeugen sich die Jäger von ihrem so genannten Schussradius - also davon, in welche Richtung sie schießen dürfen.

Außerdem sprechen "die für die Jagden gewählten Wochentage Montag und Dienstag für eine umsichtige Terminwahl, da an diesen Tagen mit weniger Besucherverkehr als an Wochenenden zu rechnen ist." Darauf weist Andreas Schneider vom Landesjagdverband NRW hin. Förster Dennis Anders will nun noch einmal mit dem Pächter reden und sich von ihm die Sicht der Dinge schildern lassen.

Quelle: RP
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