| 00.00 Uhr

Kreis Mettmann
Jetzt sorgt der Kreis für Notunterkünfte

Kreis Mettmann: Jetzt sorgt der Kreis für Notunterkünfte
In Mettmann ist die Sporthalle an der Flurstraße als Quartier für Flüchtlinge vorbereitet worden. FOTO: privat
Kreis Mettmann. Landrat: Den Kommunen sollen keine weiteren Erstaufnahme-Einrichtungen mehr abverlangt werden. Von Christoph Schmidt

Bei der Erstaufnahme von Flüchtlingen ist jetzt der Kreis Mettmann der erste Ansprechpartner für die Bezirksregierung. Das berichtet Landrat Thomas Hendele nach einer Konferenz mit den Bürgermeistern aller zehn kreisangehörigen Kommunen: "Das ist für uns als Kreis völliges Neuland. Nach dem Gesetz sind wir auch gar nicht zuständig. Das spielt jetzt aber keine Rolle. Wir werden alles versuchen, um das Problem zu lösen."

Der Kreis Mettmann habe eine neue Verfügung der Bezirksregierung bekommen, weitere 200 Asylsuchende unterzubringen: "Die Stadt Wülfrath hat ihre Hilfe angeboten und bietet die Turnhalle ihres Gymnasiums an."

Und so sieht die aktuelle Lage im Kreis Mettmann aus: Der Kreis und sieben Kommunen beherbergen gemeinsam rund 1400 Flüchtlinge in Notunterkünften. Der Kreis betreut 233 Asylsuchende in zwei eigenen Sporthallen in Mettmann und weitere 150 Asylsuchende im Gymnasium Wülfrath. Hilden hat in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule eine Erstaufnahme für das Land eingerichtet. Sie ist mit 270 Menschen inzwischen überfüllt. In Hilden leben weitere 309 Flüchtlinge mit unterschiedlichem Status in städtischen Asylheimen.

In Haan leben insgesamt 355 Flüchtlinge. Für weitere wird in der kommenden Woche auch erstmals eine Turnhalle hergerichtet. Ratingen beherbergt in der Elsa-Brandstrom-Schule 150 Flüchtlinge für das Land.

Die einzigen Kreis-Städte, die noch keine Erstaufnahme-Quartiere für das Land eingerichtet haben, sind Haan, Mettmann und Wülfrath, sagte Hendele. Die Bezirksregierung verfolge jetzt eine neue Strategie, um die Flüchtlinge provisorisch aufzunehmen für die Registrierung und einen ersten Gesundheitscheck, erläuterte Hendele: "Man will größere Einheiten schaffen, etwa in Messehallen oder Flughäfen. Diese neuen Einheiten werden nicht bei uns im Kreis Mettmann liegen." Der Kreis stelle sich gemeinsam mit seinen Kommunen darauf ein, weitere Flüchtlinge aufzunehmen und versorgen zu müssen. "Turnhallen sind dabei für uns nicht ideal - auch nicht für die Flüchtlinge", betonte Hendele. Gleichwohl werde man möglicherweise auf Turnhallen nicht verzichten können.

Neben den eingangs erwähnten rund 1400 Flüchtlingen haben die Kreiskommunen bereits weitere Flüchtlinge nach dem so genannten Königsteiner Schlüssel zugewiesen bekommen und aufgenommen. In Langenfeld (60.000 Einwohner) leben 375 Flüchtlinge, in Monheim 380. In der Erstaufnahmestelle in Ratingen (90.000 Einwohner) werden heute 150 weitere Personen erwartet.

In Mettmann (39.000 Einwohner) leben derzeit 433 Flüchtlinge, Asylbewerber und geduldete Immigranten. Seit vergangenen Sonntag sind noch einmal 300 hinzugekommen, die der Kreis Mettmann in der Stadt Mettmann in zwei Turnhallen des städtischen Berufskollegs untergebracht hat. Bei den 300 handelt es sich um eine Erstunterbringung. Die Flüchtlinge werden registriert und ärztlich versorgt, um dann auf andere Städte verteilt zu werden.

In Erkrath (45.000 Einwohner) leben derzeit 375 Flüchtlinge, Asylbewerber und geduldete Immigranten. Seit mehr als drei Wochen sind im Bürgerhaus Hochdahl 150 Menschen zusätzlich in einer eilig errichteten Erstunterkunft untergebracht. Seit dieser Woche Montag hat die Stadt auf Anweisung der Bezirksregierung eine weitere Turnhalle mit noch mal 150 Flüchtlingen in Alt-Erkrath belegt. Auch hier handelt es sich um eine Erstunterkunft.

In Wülfrath (20.500 Einwohner) leben derzeit 190 Flüchtlinge, Asylbewerber und geduldete Immigranten in regulären Unterkünften. Die Stadt hat sich bereit erklärt, 150 Flüchtlinge zu übernehmen, die eigentlich dem Kreis Mettmann zugewiesen worden sind. Sie werden am Freitagabend in der Turnhalle des städtischen Gymnasiums erwartet. Derzeit wird in aller Eile versucht, die Halle mit Feldbetten zu bestücken.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kreis Mettmann: Jetzt sorgt der Kreis für Notunterkünfte


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.