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Hilden
Jugendamt und Pflegeeltern sind ein gutes Team

Hilden. Pflegefamilien fahren seit 30 Jahren zur Fortbildung nach Ruppichteroth im Rhein-Sieg-Kreis.

Der städtische Pflegekinderdienst (PKD) vermittelt Kinder, die für eine kurzen oder auch langen Zeitraum nicht in ihrer eigenen Familie leben können, an Pflegeeltern. Die Arbeit geht aber weit über die reine Organisation hinaus: Die Mitarbeiterinnen unterstützen die Pflegefamilien, sie beraten, machen Hausbesuche, bieten Einzel- und Familiengespräche an. Seit 30 Jahren findet außerdem jährlich ein Wochenendseminar für Eltern und Kinder statt. Kürzlich waren wieder 40 Teilnehmer drei Tage lang in Ruppichteroth in den Rhein-Siegkreis. Thema der Fortbildung: "Alle mal runterkommen." "Für die Familien gibt es viele mögliche Stressfaktoren: in der Schule, in der Kommunikation mit den leiblichen Eltern, aber auch in der Freizeit", weiß Sozialpädagogin Kerstin Becke: "Da muss man mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen."

Zwei Drittel aller Hildener Pflegefamilien haben die kostenfreie Fortbildung der Stadt bereits angenommen. "Ich habe viele Tipps und Informationen mitgenommen", bestätigt eine Mutter. "Besonders geholfen hat mir aber der Austausch mit Menschen, die das Glück, aber auch die Sorgen und Nöte kennen, die eine Pflegschaft mit sich bringt." "Aus den Bekanntschaften im Seminar werden oft Freundschaften", berichtet Kerstin Becke: "Das gilt sowohl für die Erwachsenen als auch für die mitgereisten Kinder." Während die Eltern am Seminar teilnahmen, konnten die Kinder sich bei einem erlebnispädagogischen Programm austoben, "Die Mädchen und Jungen verbringen viel Zeit an der frischen Luft, haben Spaß und stellen fest, dass sie nicht allein mit ihrer Geschichte sind", berichtet Becke. "Alle Beteiligten sitzen buchstäblich an einem Tisch. Vom Frühstück bis zum abendlichen Lagerfeuer, an dem jeder sein Stockbrot in die Glut hält", bestätigt auch Sozialpädagogin Nicole Albrecht-Peters. "So lernen wir die Familien mal ganz anders kennen." Das helfe in der späteren Zusammenarbeit.

Ein unbefangener Umgang mit dem Thema ist wichtig. "Pflegefamilien funktionieren meistens dann gut, wenn sich die Beteiligten intensiv damit beschäftigen", unterstreicht Nicole Albrecht-Peters. "Ein älteres Pflegekind habe letztens seinem Freund erzählt, er sei in drei 'super' Vereinen: in der Freiwilligen Feuerwehr, im Fußballclub und beim Jugendamt." Das Jugendamt lädt die Pflegeeltern übrigens auch jedes Jahr zu einem Frühlingsbrunch ein. "Das ist ein Dankeschön der Stadt für die Leistung und Arbeit der Pflegefamilien", erläutert Dirk Schatte, Sachgebietsleiter Soziale Dienste. Daran nehmen regelmäßig 70 Pflegeeltern teil. Im Gegensatz zu anderen Kommunen hat das Jugendamt Hilden keine Probleme, ausreichend Pflegeeltern zu finden. Das führt Schatte auch auf das gute Miteinander und die Betreuung der Pflegeeltern durch den Pflegekinderdienst zurück.

(cis)
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