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Hilden
Kaum Aufwand, mega Spaß - Spiele für Park und Wiese

Hilden: Kaum Aufwand, mega Spaß - Spiele für Park und Wiese
Hier wirft gerade eine Weltmeister. Wikingerschach macht aber auch blutigen Anfängern Freude. FOTO: Jürgen Laaser; Vario-images
Hilden. Es muss ja nicht gleich Polo oder Rasentennis sein. Andere Spiele gehen auch ohne Pferd oder Wimbledon-Geläuf. Hier sind fünf Tipps für Freiluft-Vergnügen auf (fast) jedem Untergrund. Von P. Czyperek, T. Gutmann, N. Kleeberg, O. Wiegand und A. Zejneli

FRISBEE Mein Mann will unbedingt Fahrradfahren, die Tochter lümmelt auf dem Sofa herum und möchte eine DVD gucken. Doch die Temperaturen draußen sind toll. Es ist windstill und nicht zu heiß - ideale Bedingungen, sich die Frisbee-Scheibe (die wir mal auf einem Schulfest als Preis ergattert haben) zu schnappen und damit in den Freizeitpark oder auf eine große Wiese zu gehen. Ob zu zweit oder zu dritt oder in einem großen Kreis, Frisbee ist ein ideales Familienspiel, und auch kleinere Kinder lernen es schnell. Man wirft (aus dem Handgelenk), man springt hoch und läuft der Scheibe hinterher, wenn sie nicht dort landet, wo sie eigentlich hinsollte. Und das kommt in der Anfangsphase doch häufiger vor. Nach einer Stunde sind alle ziemlich ausgepowert und mein Mann verzichtet sogar auf die Radtour. Übrigens: Auch Familienhunde können mitmachen. Es gibt sogar spezielle Frisbee-Scheiben für Hunde (aus robustem thermoplastischen Gummi). Wer bisher noch kein Frisbee besitzt, wird im Internet schnell fündig. Es gibt sie in allen Preisklassen und mit vielen Motiven vom Einhorn über Weihnachtsmänner, Tiger, Planeten und Sterne. Für Umweltbewusste: Einige sind aus Biokunststoff.

WIKINGERSCHACH Es ist, als würde man Tennis auf einem Rübenacker spielen oder Fußball in einer Kraterlandschaft: Der Ball spränge mal hier und mal dorthin, aber ganz selten so, wie man es erwartet. So ist es beim Wikingerschach. Das Rundholz, handlich wie ein Staffelstab, mit dem man nach den Holzklötzen wirft, macht, sobald es den Boden berührt, oft die erstaunlichsten Bewegungen. Und genau das ist das Entspannende am Winkingerschach: Ein Geschicklichkeitsspiel, das so viel dem Zufall überlässt, macht einen selten kirre. Hüpft das Rundholz, obwohl es geradewegs auf den Holzklotz zuflog, mal wieder über diesen "Bauern" rüber - Schwamm drüber. Den anderen geht's ja nicht anders.

Natürlich gibt es "Kubb", wie das Spiel offiziell heißt, längst auch als Turniersport. Zufälle sind da seltener, die Lässigkeit ist es vermutlich aber auch. Und das sind die Regeln des aus Skandinavien stammenden Spiels, bei der beide Seiten mit eigentlich beliebig vielen Mitspielern versuchen, den "König", einen etwas größeren Holzklotz mit angedeuteter Krone, umzuwerfen: Der König steht in der Mitte des etwa acht mal fünf Meter großen Spielfelds. An den Querseiten, von wo aus die Spieler mit dem Rundholz werfen, sind jeweils fünf "Bauern" in einer Reihe aufgestellt. Diese nimmt das jeweils gegenüber stehende Team als erstes ins Visier. Die umgeworfenen Bauern werden ins Spielfeld hineinversetzt und müssen dann noch mal getroffen werden. Hat eine Mannschaft alle fünf gegnerischen Bauern abgeräumt, wirft sie nach dem König.

Wikingerschach kann man auf allen möglichen Böden spielen, zum Beispiel auf Rasen oder Sand, sogar im Schnee. Alkoholische Getränke sollen - bis zu einem gewissen Promillewert - der Treffsicherheit förderlich sein. Dies gilt zumindest für den Amateurbereich.

Wie ein Zirkusakrobat auf dem Seil tanzen, das macht die Trendsportart Slacklining möglich. Die zwischen zwei Bäumen gespannt Slackline dient hierbei als Balancierseil. Sowohl Kinder als auch Erwachsene sind begeistert von dem Sport, der die Balance und das Körpergefühl, schult. Dazu braucht man lediglich eine Slackline und zwei stabile Bäume. Die Line, so wird das Gurtband genannt, sollte eine Breite von 3 bis 4 Zentimeter und eine Länge von 3 bis 5 Metern haben. Anfänger bringen das Gurtband auf Kniehöhe an, um Verletzungen zu vermeiden. Nach einem kurzen Aufwärmen und Dehnen kann es dann auch schon los gehen. Am Besten starten Anfänger barfuß, da sie so einen besseren Halt haben. Die Arme werden über Schulterhöhe gehalten, um sich ausbalancieren zu können. Dann wird ein Fuß in Richtung Gurtband auf die Line gesetzt. Das andere Bein kann dabei an die Line angelegt werden, damit der belastende Fuß nicht so sehr zittert. Der Kopf wird aufrecht gehalten und der eine Fuß langsam vor den anderen gesetzt. Am Anfang macht es Sinn, sich am Arm oder der Schulter eines Partners festzuhalten, um ein Gefühl für die Line zu bekommen. Wichtig ist , dass es anfänglich nicht um das Weiterkommen, sondern um das Erlernen der Kontrolle und der Balance geht. Ausprobieren kann man Slackline übrigens auch beim Hildener Spielmobil. Die Termine stehen im Internet. "Die Kinder haben viel Spaß damit", berichtet Spielmobil-Leiter Mike Dörflinger.

FEDERBALL Am Grünen See in Ratingen West, an einem der schönsten Naherholungsgebiete der Region, kann man vieles machen: grillen, entspannen - oder auch Federball spielen. Ambitionierte nennen diese Spielart Badminton. In guten Fachgeschäften gibt es sogenannte Sets, die ein Sport-Netz in einem praktischen Tragekoffer anbieten. Dieses Netz kann man leicht aufstellen, und es nimmt kaum Platz weg. Die Preise variieren: Es gibt Sets für 40 Euro, aber auch für rund 60 Euro. Man sollte sich auch in Sachen Schläger und Bälle auf jeden Fall fachkundig beraten lassen. Denn an der Qualität sollte man nicht sparen. Ein schlechter Badminton-Schläger ist schnell verschlissen.

BOULE Eine ruhige Kugel schieben ist die eine Sache, doch manch einem fällt im Alter zu Hause doch die Decke auf den Kopf. In Erkrath, direkt am Gerberplatz haben sie ein Rezept gegen Langeweile. Bis ins hohe Alter Wettkampfsport betreiben? Beim Boule ist das möglich. Hier spielen Jung und Alt zusammen - ob "einfach so" zum Zeitvertreib oder auf Punktejagd in der Liga. So wichtig vielen Boulern der Wettkampfsport sein mag: Wer zum Boulodrôme des Erkrather Vereins CdP kommt, muss nicht zwangsläufig Turniere spielen, versichert Vorsitzender Norbert Koch. "Hier kann man auch einfach so zum Boule spielen zusammen kommen und einen schönen Tag verbringen." Der Integrationsgedanke ist den Erkrathern dabei sehr wichtig: Jung und Alt, Arm und Reich, Einheimischer und Zugezogener - beim Boule sind alle gleich!

"Vom Boulespiel ist man schnell begeistert", weiß Koch: "Man muss nur einmal die Regeln lernen - und schon ist man dabei." Damit diese auch für Interessierte verschiedenster Herkunft verständlich sind, hat der CdP gemeinsam mit dem Klub für Kugelsport Münster ein Video gedreht, das die Regeln in fünf Sprachen erklärt und ausländische Mitbürger und Flüchtlinge zum Mitspielen einlädt.

Quelle: RP
 
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