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Hilden
Kinder lernen von St. Martin das Teilen

Hilden: Kinder lernen von St. Martin das Teilen
Nach dem Umzug wurde auf dem Vorplatz des Pfarrzentrums Atrium das traditionelle Martinsfeuer angezündet. Dazu gab es Bratwurst und Kinderpunsch. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Hunderte zogen am Samstagabend von der St.-Jacobus-Kirche mit bunten Laternen durch die Hildener Innenstadt. Von Sandra Grünwald

Durch die Fußgängerzone schallt "Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir" aus vielen Kinderkehlen. Unterstützt werden sie von einer Blaskapelle, die die Lieder und den Umzug mit Pauken und Trompeten begleiten. Viele Passanten bleiben stehen, um dabei zuzusehen, wie die bunten Laternen durch das abendliche Hilden getragen werden. Nach der Vorabendmesse versammeln sich Kinder und Eltern vor der katholischen Kirche St. Jacobus, um dann St. Martin zu folgen. Der Heilige marschiert eifrig voran - an der Hand seines Vaters. Denn St. Martin heißt im wahren Leben Robin und ist fünf Jahre alt. "Mit vier Jahren ist er schon Sternsinger gewesen", erzählt sein Vater Frank Garitz. Natürlich trägt auch St. Martin eine Laterne, selbstgebastelt im Kindergarten St. Josef. Auf seine Rolle ist er gut vorbereitet, stellt er St. Martin doch nicht zum ersten Mal dar. "Er war auch schon der Martin im Kindergarten", verrät Frank Garitz. So kennt er auch die Legende des Heiligen schon gut. "Aus dem Kindergarten", erzählt Robin. Damit er seinen Mantel teilen kann, hat er kurzerhand zwei Mäntel übereinander gezogen. In leuchtendem Rot, versteht sich. Und einen Helm trägt er ebenfalls. Viele größere und kleinere Kinder folgen ihm die Mittelstraße entlang und dann im Bogen um die Sparkasse wieder zurück zum Pfarrzentrum Atrium. Auch Emilia, Hanna, Antonia und Felix. Die vier Achtjährigen gehören zu einer Kommuniongruppe und ziehen jedes Jahr mit dem Martinsumzug durch die Straßen. "Mir gefällt es, dass man dabei singen kann", verrät Emilia. Felix stimmt ihr zu: "Es gibt so schöne Lieder." Antonia freut sich schon auf etwas anderes: "Den Weckmann!" Und in einem sind sich alle vier einig: Das Feuer ist toll. Die Martinsgeschichte haben sie gerade in der Kirche noch einmal gehört. "Mir gefällt es, dass der Martin dem Bettler hilft", sagt Emilia. Bunte Laternen haben sie auch dabei, alle selbst gebastelt. Die drei Mädchen haben Sterne und Mond auf ihren Laternen, schön bunt auf Reispapier gemalt. Die Laterne von Felix stellt dagegen eine große, runde Fledermaus dar. "Die Idee hatte meine Lehrerin", gibt er zu.

Auch Hannah (8) und ihre Mutter Sabine Michl haben sehr schöne Laternen dabei. "Die eine habe ich im Kindergarten gebastelt und die andere in der Schule", erzählt Hannah, die inzwischen in die dritte Klasse geht. Die beiden sind zum Martinszug in die Innenstadt gekommen, weil der Umzug in Hilden-Nord in diesem Jahr ausgefallen ist. "Der ist viel größer", berichtet Sabine Michl. Aber auch hier in der Innenstadt macht es Spaß, mit all den vielen hübschen Lichtern durch die Straßen zu ziehen. "Wir gehen eigentlich immer mit", sagt Hannah. Auch sie geht bald zur Kommunion und kennt die Geschichte vom Heiligen Martin schon gut. "Mir gefällt am besten, dass er seinen Mantel mit dem Bettler teilt", erzählt sie. Dann geht es zurück zum Platz vor der Kirche, wo das vorbereitete Feuer schon brennt. Nachdem der kleine St. Martin Erbarmen mit dem Bettler gehabt und seinen Mantel hergegeben hat, gibt es für die Teilnehmer des Umzugs einen Weckmann sowie heiße Bratwurst und Kinderpunsch.

Quelle: RP
 
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