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Hilden
Kindernotdienst: KV Nordrhein stoppt Reform

Hilden. Für die Eltern mit kranken Kindern im Süden des Kreises Mettmann ändert sich zunächst einmal nichts. Von Christoph Schmidt

Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein hat mit Mehrheit beschlossen, die Reform des ambulanten ärztlichen Notdienstes bis Ende des Jahres auf Eis zu legen. Noch in diesem Jahr wird ein neues Ärzteparlament gewählt. Das soll entscheiden, wie es dann weitergeht. Dr. Peter Potthoff scheidet als Vorsitzender der KV Nordrhein aus. Er soll, so ist zu hören, maßgeblich dafür verantwortlich sein, dass die Kinderärztliche Notfallpraxis in Langenfeld geschlossen wurde.

Was bedeutet das für den kinderärztlichen Notdienst im Kreis Mettmann? Zunächst einmal ändert sich nichts. Die Kinderärzte machen weiter Notdienst in ihren Praxen. Welche Praxis Notdienst hat, erfahren Eltern unter der Telefonnummer 116117. Sie ist allerdings meist ständig besetzt. Eltern müssen mit kranken Kindern nach Praxisschluss häufig weite Wege zurücklegen. Deshalb haben Mütter und Väter bereits mehr als 26.000 Unterschriften für einen wohnortnahen kinderärztlichen Notdienst gesammelt.

Hat das die KV Nordrhein beeindruckt? Nicht wirklich. Die KV muss keinen speziellen kinderärztlichen, sondern nur einen allgemeinen ärztlichen Notdienst anbieten, sagt KV-Sprecher Christopher Schneider. Und den gibt es in der Notfallpraxis Langenfeld. Was Schneider nicht sagt: Niedergelassene Ärzte kennen sich mit kranken Säuglingen und Kleinkinder nicht wirklich aus und würden sie deshalb im Zweifelsfall immer an Kinderärzte überweisen.

Was wollen die Kinderärzte im Kreis? 33 von 41 Kinderärzte im Kreis haben sich für den Erhalt der Langenfelder Kindernotfallpraxis neben der in Ratingen oder der in Velbert ausgesprochen, sagt ihr Obmann für Mettmann Süd, Dr. Holger Muscheid. Das Problem: Die Notdienstreform der KV sieht für den ganzen Kreis Mettmann nur eine einzige kinderärztliche Notfallpraxis vor. Die Kreisstelle Mettmann will versuchen, das neue Ärzteparlament von der Notwendigkeit zu überzeugen, dass der Kreis Mettmann zwei kinderärztliche Notfallpraxen braucht, erläutert Muscheid: "Eine in Langenfeld und eine in Ratingen. Wenn das nicht geht, sprechen sich die Kinderärzte des Südkreises dafür aus, ihren Notdienst in den Notfallpraxen an den Kinderkliniken Leverkusen (Klinikum) und Solingen (Städtisches Klinikum) zu leisten und dort die Dienstzeiten entsprechend auszuweiten." Der Nordkreis soll mit einer eigenen Regelung (Ratingen oder Velbert) bestehen bleiben.

Warum Leverkusen oder Solingen? Weil es dort bereits kinderärztliche Notfallpraxen gibt. Und weil es Sinn mache, die kinderärztlichen Notfallpraxen an Kinderkliniken anzudocken. Dort können kranke Kinder sofort behandelt werden. Die einzige Kinderklinik mit kinderärztlicher Notfallpraxis im Kreis Mettmann ist in Velbert. Für viele Eltern mit kranken Kindern wären die kinderärztlichen Notfallpraxen in Leverkusen und Solingen besser und schneller zu erreichen als Velbert - auch wenn beide nicht im Kreis Mettmann liegen.

Quelle: RP
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