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Hilden
Klare Fronten: Spielplatz gegen Neubau

Hilden. Bei der Bürgeranhörung zur Bebauung am Bruchhauser Kamp wurde klar, dass Anwohner dem Verfahren nicht trauen. Von Gökçen Stenzel

Vordergründig geht es um die Abwägung zweier berechtigter Interessen: Der Erhalt der Freifläche für spielende Kinder steht dem Neubau eines Mehrfamilienhauses mit fünf Wohnungen entgegen. Am Bruchhauser Kamp im Hildener Süden hat die Verwaltung um Planungsamtsleiter Peter Stuhlträger in dem gut 800 Quadratmeter großen Spielplatz dort eine städtische Fläche ausgemacht, die relativ günstig und schnell bebaut werden könnte. Sozial geförderter Wohnungsbau soll dort entstehen, und den braucht Hilden. So wird an der Richrather Straße von einem privaten Investor gebaut (13 Wohnungen), auch an der Kirchhofstraße soll es bald weitergehen; dort streiten sich noch zwei Grundstückseigentümer.

Eigentlich schwelen aber andere Konflikte, wie die erste Bürgeranhörung gestern Abend in der Astrid-Lindgren-Schule deutlich machte.

Da ging es um die Frage, wie "Sozialwohnungen" in ein relativ teures Viertel passen sollen. "Wo ist das Problem?", konterte Lutz Groll vom Planungsamt, der moderierte und informierte. Dann kam die Frage auf, was ein so kleines Haus gesamtstädtisch gesehen bewirken solle: Ob nun weiteren Spielplätzen eine Bebauung drohe? Peter Stuhlträger: "Bei der Suche und der Findung verfügbarer Flächen sind keine weiteren Spielplätze ausgemacht worden." Genau dieses Verfahren aber finden etliche Anwohner - rund 50 waren da - nicht transparent. Im Gegenteil: "Im Prinzip ist die Entscheidung doch schon längst gefallen, und nun versucht die Stadt die vorgeschriebenen Wege einzuhalten", formulierte es ein Bürger.

Befeuert wird diese Haltung von einer zumindest unglücklichen Vorgehensweise: Im Januar hatte die Stadt "in einer Nacht- und Nebelaktion" (Anwohnerin) das große Klettergerüst entfernen lassen, das Kernstück des Spielplatzes. Nur drei Wochen später legte die Verwaltung die Liste mit den besagten Grundstücken vor; der Spielplatz werde nur wenig genutzt. Da half es auch nichts, dass immer wieder beteuert wurde, das Gerüst sei marode und unsicher gewesen und deswegen abgebaut worden. Ob es erneuert wird, muss der Stadtentwicklungsausschuss Ende Juni erst entscheiden. Überhaupt: Entscheiden darüber, ob am Bruchhauser Kam gebaut wird, muss letztlich der Rat der Stadt.

Als Anregungen an die Politik werden alternative Standorte für einen Ersatz-Spielplatz einfließen. Laut Groll ist denkbar, den bestehenden Spielplatz an der Pestalozzistraße um einen Bereich für Kleinkinder zu ergänzen. Oder aber eine andere Fläche am Wendehammer des Bruchhauser Kamps als neuen Spielplatz auszuweisen. "Gerade in den Bereich der Pestalozzistraße sind viele Familien mit kleinen Kindern gezogen", berichteten mehrere Anwohner übereinstimmend. Für sie wäre ein entsprechender, geschützter Platz wichtig.

 

Quelle: RP
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