| 00.00 Uhr

Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Kleines Fabry-Museum kommt groß raus

Hilden. Das städtische Museum versteht es, aus wenig Mitteln viel zu machen. Ein Vorbild für die Hildener Politiker, die vor schwierigen Haushaltsberatungen stehen.

Noch bis zum 6. März zeigt das Wilhelm-Fabry-Museum die Ausstellung "Der Otter ist ein listig und boßhafftig Thier". Schon heute steht fest: Die Schau ist ein Erfolg. Weil sie viele Besucher anzieht. Und weil sie Hilden weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. Zahlreiche überregionale Medien - zuletzt RTL und der WDR - waren da und haben berichtet. Natürlich auch dank Nemo, Deutschlands bekanntestem Otter, der im Museum seinen 10. Geburtstag feierte, und seinem mediengewandten Ziehvater Dr. Wolfgang Gettmann.

Dieser Erfolg ist keine Eintagsfliege. Schon häufig hat das kleine Wilhelm-Fabry-Museum gezeigt, wie man trotz sehr beschränkter Mittel (was die Räume und die finanzielle Ausstattung angeht) vielbeachtete Ausstellungen auf die Beine stellen kann. Beispielsweise die Schau "Vom Tatort ins Labor" 2012 über die Arbeit der Rechtsmedizin. Zur Eröffnung kam Prof. Dr. Michael Tsokos nach Hilden, einer der bekanntesten Rechtsmediziner Deutschlands mit eigener TV-Sendung. Oder die Ausstellung über 50 Jahre Jugendzeitschrift "Bravo". Michael Krambrock vom Stadtarchiv machte dafür sogar den Aufklärungspapst "Dr. Sommer" ausfindig. Dr. Martin Goldstein kam leibhaftig ins Fabry-Museum: eine Sensation. Über die Schau in Hilden wurde in ganz Deutschland berichtet. Und dann war Goldstein auch noch Hildener: Was für ein Glücksfall. Aus wenig viel machen: Dieses Kunststück müssen auch die Stadtverordneten in den nächsten Wochen fertigbringen, wenn sie über den städtischen Haushalt beraten. Im Etat 2015 fehlten schon 10,4 Millionen Euro. Deshalb erließ der Kämmerer eine Haushaltssperre. Auch der Haushalt 2016 hat ein Defizit von 11,8 Millionen Euro. Klausgrete schlägt deshalb vor, die Grundsteuern zu erhöhen. Selbst damit und mit neuen Schulden bleibt ein Defizit von 9,2 Millionen Euro.

Hilden muss sparen: Darüber sind sich alle Fraktionen einig - eigentlich. Gestritten wird, wo und wie. Von den 164 Millionen Euro, die die Stadt in diesem Jahr ausgeben will, stehen allenfalls fünf bis 10 Prozent zur Disposition, rechnen Fachleute vor. Die Kommune hat viele Pflichtaufgaben, in anderen Fällen ist sie an Verträge gebunden. Aber den Spielraum, den es im Haushalt gibt, kann der Stadtrat nutzen. Indem er sich aus vermeintlichen Zwängen befreit und Bekanntes neu denkt. Weniger ist mehr: Das kann funktionieren, zeigt das Wilhelm-Fabry-Museum.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt: Kleines Fabry-Museum kommt groß raus


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.