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Hilden
"Klemens Hof" ist komplett verkauft

Hilden: "Klemens Hof" ist komplett verkauft
Das freistehende, zweigeschossige Haus mit quadratischem Grundriss wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Stil der Neo-Renaissance erbaut. Auf dem Gelände dahinter ist nach dem Abriss alter Hallen Platz für neue Wohnhäuser. FOTO: Olaf Stschik
Hilden. Die Firma Paschertz hat das Denkmal Walder Straße 50 saniert. Dahinter entstehen Häuser und Wohnungen. Von Christoph Schmidt

Auf der Baustelle steht kein Reklameschild. "Brauchen wir nicht", sagt Christian Paschertz, Geschäftsführer des gleichnamigen Willicher Bauunternehmens. "Alle fünf Eigentumswohnungen und sechs Reihenhäuser sind längst verkauft - schon seit Anfang des Jahres." Aus der heruntergekommenen Villa direkt an der Walder Straße 50 hat Paschertz ein Schmuckstück mit drei Eigentumswohnungen darin gemacht.

Auf seinen Antrag hin wurde die historische Fabrikanten-Villa im Juni vergangenen Jahres vom Stadtrat einstimmig unter Denkmalschutz gestellt. Weil sich das ganze Areal so besser vermarkten ließ. Die Erwerber der Eigentumswohnungen in der Villa können steuerliche Vorteile (Denkmalabschreibung) nutzen.

Der Plan zeigt das Areal aus der Vogelperspektive FOTO: Paschertz

Und die Erwerber der Neubauwohnungen umwirbt das Unternehmen mit dem Motto "Schönes Wohnen in alter Kulisse". An der Berliner Straße 10 ist es genau anders herum. Dort lehnen die Eigentümer den vom Stadtrat beschlossenen Denkmalschutz entschieden ab - weil das die Vermarktung erschwere.

Laut Hildener Adressbuch von 1907/08 bewohnte Friedrich Wilhelm Weidenbach (Bankgeschäft und Landproduktehandlung) das Haus mit der Magd Gertrud Schmitt. Paschertz vermarktet die Immobilie unter dem Namen "Klemens Hof", nach der Familie Klemens, die dort einen Bauhof betrieben hatte. Das freistehende, zweigeschossige Haus mit quadratischem Grundriss wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Stil der Neo-Renaissance erbaut. Das Gebäude sei das "qualitätsvolle Beispiel eines Wohnhauses für das gehobene Bürgertum" und zeige "architektonisch aufwendige Details mit reicher Ornamentik", so die Denkmalschützer.

Auch im Inneren sind noch viele Details der originalen Ausstattung (Innentreppe, aufwendige Decken-Stuckaturen, Verbindungstüren, Raumaufteilung) erhalten. Die alten Gewerbehallen dahinter wurden abgerissen. Dort entsteht ein freistehendes Mehrfamilienhaus mit fünf Eigentumswohnungen (73 bis 169 Quadrater groß).

Die Quadratmeterpreise beginnen bei 3400 Euro. Das Gebäude hat nur ein Obergeschoss und ein Penthouse im Staffelgeschoss. Dahinter entstehen sechs Reihenhäuser ab 425.000 Euro zwischen 156 bis 161 Quadratmeter groß. Die Grundstücke liegen zwischen 150 und 358 Quadratmetern und schließen an die Parkanlage Holterhöfchen an. Die Stellplätze und Carports sind oberirdisch angeordnet. Die Häuser und Wohnungen werden von der Walder Straße aus erschlossen. Paschertz will rund vier Millionen Euro investieren. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Hilden sei "kulant" und "konstruktiv" gewesen.

Gebaut wird nach einem Bebauungsplan aus dem Jahr 1995, der immer noch gültig ist, erläutert Planungsamtsleiter Peter Stuhlträger. "Die geplanten Neubauten bleiben in den alten Baugrenzen." Das Projekt sei aus Sicht der Verwaltung ein Gewinn für das Stadtbild: "Das Baudenkmal wird saniert, die alten Hallen dahinter verschwinden."

Die Walder Straße verändert im Bereich des Krankenhauses ihr Gesicht, macht sich schön. Fünf Häuser (Walder Straße 5,19, 21, 24a und 49) sind bereits in die Denkmalliste eingetragen. Der Awo-Bezirksverband Niederrhein hat die alte Fabrik an der Walder Straße 24 gekauft.

Der Hildener Architekt Christof Gemeiner wird sie zu einem Zentrum für Beratung, Freizeit und Arbeit umbauen - sobald die Baugenehmigung vorliegt. Bauzeit: 12 bis 14 Monate. Kosten: rund drei Millionen Euro. Schräg gegenüber entsteht ein modernes Wohn- und Bürohaus mit acht Eigentumswohnungen und zwei Büroeinheiten.

Quelle: RP
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