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Hilden
"Kölsche Tön" machen Karneval schön

Hilden: "Kölsche Tön" machen Karneval schön
Das traditionelle Tanzcorps Altstädter Köln 1922 sorgte dafür, dass sich die Gäste der Kostümsitzung gehörig warmschunkelten. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Die gemeinsame Kostümsitzung der Hildener Narrenakademie und der KG Musketiere war ein Hit. Von Uli Schmidt

Tusch für "Kölsche Tön"! Zum dritten Mal ging die gemeinsame Sitzung der Karnevalsvereine Narrenakademie und Musketiere über die Bühne der Hildener Stadthalle. Auch an einem Werktag kann "Hilden total jeck" sein - und das lag zum einen an dem tollen Programm, zum anderen an der feierfreudigen Mischung von Narren(akademie) und Musketieren.

Wenn eine Sitzung "Kölsche Tön" heißt, kann es nicht verwundern, dass das traditionelle Tanzcorps Altstädter Köln 1922 zum Warmschunkeln einlädt. Wenn dazu das Bier aus Düsseldorfer Quelle fließt, ist ein paritätischer Zustand hergestellt, der Rheinländern beste Laune garantiert.

Musik: Drei Spitzenbands auf einer Sitzung. Das hielt die Itter-Jecken nicht sitzend auf den Stühlen, sondern ließ sie drauf springen. Wenn die "Höhner" dann noch Songs aus ihrem neuen Album wie "Komm lass mer tanze" und Balladen wie "A leve lang" anstimmen, steppt nicht nur der Bär. Alt und Jung rockten auch zwischen den Reihen als Micky Brühl und seine Band loslegten. Die gibt es zwar erst seit 2013, aber Brühl kennt seine Fans seit 33 Jahren. Nicht zu vergessen die so propper in schwarz-weiß-rot gewandeten und sportlich auftretenden "Lyskircher Hellige Knäächte un Mägde" mit ihren Akrobatik-Tanzeinlagen. Mit den Swinging Funfar´s fand das Musikprogramm einen krönenden Abschluss.

Spaßmacher: Martin Schopps, Karnevalist aus Köln, der mit "Ich bin Lehrer - am liebsten in den Sommermonaten", seine Angriffe auf das Zwerchfell startete, bewies, dass man mit Sprachwitz und Gitarre Humor verbreiten kann, auch ohne unter die Gürtellinie zu zielen: Mit Umdichtungen traditioneller Karnevalsschlager in moderne Alltagssituationen, Beziehungsproblemen in Computerdeutsch und politisch korrekter Wortwahl: Schweinsteiger muss eigentlich "Nutztierkletterer" heißen. Müde Lacher erntete Markus Krebs mit seiner Witzparade, die sich aus den üblichen Kneipen-Schenkel-Schlägern speiste. Da kam "Et Rumpelstilzchen" (Fritz Schopps) einfühlsamer rüber, schon weil es "hier sitzen die 400 schönsten Mädchen der Erde" verkündete und im wie immer gereimten Programm "Männer verfahren sich nicht. Sie kreisen ihre Ziele nur ein.", behauptete! Die gerappte und gereimte Schilderung der Kölner Stau- und Straßenlage allein war die Nummer wert.

Prinzenpaare: Die Kinder-Tollitäten Marcel und Lenia überreichten ihre Orden an Renate und Winfried Lorig, die als Vertreter der Sternsinger, die in diesem Jahr 50.000 Euro ersungen haben, auf der Bühne standen. Chapeau! Auch für die Karneval-Majestäten, Prinzessin Viola I. und Prinz Joel Benedikt I. Letzterer kann echt gut tanzen! Wie sagte ein Insider: "Unsere Sitzung ist ein fröhliches rheinisches Durcheinander. Und das Prinzenpaar der Höhepunkt." Stimmt.

Kostüme: Vom Marienkäfer 70 plus, Dame im Edellook aus dem 1900 Jahrhundert oder busenbetontem Jung-Kuh-Dirndln war alles dabei. Schottenkaros sind bei männlichen und weiblichen Karnevalisten gerade besonders angesagt. Männer mögen´s dabei gerne bequem. Eine echte Kostümsitzung, die dem Namen Ehre machte!

Deko/Service/Essen/Trinken/Rauchen: Ideale Rahmenbedingungen für große Sitzungen bietet die Stadthalle, die viel Miete kostet. Wer mit der Glühbirnenparade an der Decke und einem bunten Hintergrundbild vorlieb nehmen konnte, wurde mit einem fröhlichen, nach persönlichen Geschmack verkleideten Präsidium auf der Bühne und einer flotten Live-Band im Hintergrund belohnt. Tischdecken und Blumenschmuck inklusive. Insgesamt 14 Kellner und 6 Zapfer waren im Service dabei, um alle Getränke an die Tische zu bringen. Metthäppchen, Flönz, Brezen und Co sorgten zusätzlich für solide Magengrundlagen aus dem Hause Schumacher in Düsseldorf. Und wie sprach das chinesische Duo an Tisch 12: "Wir sind extra angereist, um diese Frikadellen zu kosten." Sogar die Abordnung der "MERGF", also die "Mal Eine Rauchen Gehen Fraktion", stand völlig entspannt auf Balkon und Stadthallen-Vorplatz: Kommentar: Rauchen draußen ist in Ordnung, weil die Luft drinnen dann viel besser ist."

Quelle: RP
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