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Hilden
Kommunionkinder können zum Zoch

So wurde 2015  in Hilden der Rosenmontag gefeiert
So wurde 2015 in Hilden der Rosenmontag gefeiert FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Der wegen Sturmwarnung ausgefallene Rosenmontagszug wird nachgeholt - und zwar am 3. April. Eigentlich ist dann "Weißer Sonntag", aber der Pfarrer konnte das Vorhaben absegnen, weil es an dem Tag keine Erstkommunion in Hilden geben wird.

Am 2. April (Samstag) sind die Osterferien offiziell zu Ende. Die Hildener Karnevalsgesellschaften prüfen zurzeit, welche Mitglieder dann überhaupt im Lande sind, um im Zoch mitzuziehen, erläutert CCH-Sprecherin Isa Schwan: "Wir bemühen uns sehr, alles so schnell wie möglich zu regeln. Wir müssen aber erst alle Infos zusammenhaben. Dann können wir sagen, um welche Uhrzeit der Zug starten kann und wer alles mitzieht."

Den Segen der katholischen Kirche haben die Jecken. Erzbischof Rainer Maria Woelki ließ über den Düsseldorfer Stadtdechanten (und früheren Hildener Pfarrer) Ulrich Hennes ausrichten, dass er mit einem Rosenmontagszug in der Fastenzeit kein Problem habe - wenn er denn an einem Sonntag stattfinde. Die Sonntage zählen nämlich nicht zur Fastenzeit, sondern werden von der katholischen Kirche immer wie ein kleines Auferstehungsfest gefeiert. Hennes war übrigens in Monheim zum "Zug-Gucken" - weil die dortigen Karnevalisten das Hildener Prinzenpaar mitfahren ließen. Hennes und Prinz Joel Benedikt sind seit langem befreundet.

Rosenmontags auch ohne Zug in Hilden 2016 FOTO: arue

Auch Pfarrerin Sonja Schüller, Vorsitzende der evangelischen Kirchengemeinde Hilden, hat Verständnis: "Es waren ja unglückliche Umstände. Wenn den Karnevalisten der Rosenmontagszug so sehr fehlt, sollen sie ihn nachfeiern - nur nicht gerade in der Karwoche." Der 3. April, eine Woche nach Ostern, ist auch "Weißer Sonntag". Viele Kinder empfangen dann zum ersten Mal die Heilige Kommunion - so war es bis vor einigen Jahren üblich.

Inzwischen sind die Gemeinden aber dazu übergangen, die Feiern deutlich nach den Osterferien anzusetzen und damit auch später im Jahr. "Hilden hat am 3. April keine Erstkommunion", stellt Haans Pfarrer Reiner Nieswandt klar, der derzeit auch Pfarrverwalter in Hilden ist. Erstkommion werde sowohl in Haan als auch in Hilden später angesetzt, die Kommunionkinder können also in aller Ruhe zum "Rosensonntagszug" gehen. Ist das nun die sprichwörtliche rheinische Lösung? "Rheinisch finde ich sie gar nicht mal", sagt Nieswandt, "sondern sehr pragmatisch." Ob er selbst auch kommen wird, lässt der Pfarrer noch offen; seine Arbeitstage seien derzeit so ausgefüllt, dass er um jede Verschnaufpause froh sei.

Zur Findung des neuen Termins war vorab das Ordnungsamt gefragt worden. Es hatte für den 3. April ebenso grünes Licht gegeben wie das Stadtmarketing - offenbar war für den Weißen Sonntag bisher nichts geplant in der Stadt. Was nun definitiv nicht mehr gilt.

Auch von der Facebook-Gemeinde wird der Termin positiv aufgenommen: "Im April muss man sich dann wenigstens nicht mehr so dick einpacken", schreibt Anja Herriger. Jörg Koeschi freut sich ebenfalls: "Und Düsseldorf im März... das gibt Partys." Alina Seifermann nimmt's mit Humor: "Dann bist du endlich nicht mehr als einzige verkleidet." Auch Sabine Hoffmann ist in Feierlaune: "Können wir ja jetzt jeden Monat Karneval feiern", schreibt sie. Und Stefanie Udenze ist sicher: "Alles richtig gemacht."

(arue/gök/cis)
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