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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Konzepte gründlich auf den Prüfstand stellen

Hilden. Ob Wochenmarkt oder Baugebiet Albert-Schweitzer-Schule - diese Woche hat gezeigt, dass so manches nicht funktioniert wie geplant. Es müsste neu gedacht werden.

Auf den Wochenmärkten bleiben immer mehr Lücken, weil die Zahl der Marktbeschicker zurückgeht. Wenn sich daran nichts ändert, hat das zur Folge, dass die anfallenden Kosten von der Stadt Hilden als Wochenmarktveranstalter auf weniger Händler umverteilt werden können, was unter dem Strich die Gebühren steigen lässt. Weil das nicht unbedingt förderlich für Jung-Händler in ihrer Startphase wäre, haben Marktbeschicker bereits überlegt, ob sie ihren Kollegen in spe nicht Starthilfe geben sollen.

Damit der Wochenmarkt eine möglichst gute Zukunft hat, müssten die Verantwortlichen das Konzept auf den Prüfstand stellen. Ist es richtig, dass es in Hilden drei Wochenmärkte gibt? Ist es richtig, dass die Bürger sich nur vormittags mit frischem Gemüse, Eiern, Fleisch- und Geflügelwaren versorgen können. Oder wäre es auch denkbar, mit Blick auf die vielen Berufstätigen ein Marktangebot in den Nachmittags- und Abendstunden einzurichten?

Das indes würde von Händlerseite mehr Flexibilität erfordern. Und bestimmt auch Durchhaltevermögen, bis sich Neuerungen herumgesprochen haben und sich die Resonanz auch in klingender Münze bemerkbar macht. Vielleicht kann auch ein runder Tisch helfen, Konzepte zeitgemäß zu verändern. Denn alle Seiten sollten beteiligt sein, wenn es gilt, neue Wege zu finden.

Das scheint auch vonnöten beim Bauprojekt auf dem alten Albert-Schweitzer-Gelände. Der Rückzug der Gruppe Trialog, die sich um ein Grundstück für neue Wohnformen beworben hatte, gibt ihre Pläne auf. Die Ungewissheit, die seit Einrichtung der Erstaufnahme-Unterkunft des Landes im früheren Schulhaus herrscht, könnte auch weitere Interessenten dazu bringen, ihr Bauideen noch einmal zu überdenken. Wer bauen möchte, klärt die Finanzierung mit seiner Bank. Und erst wenn die Grünes Licht gibt, können Verträge gemacht werden. Auch in einer Niedrigzinsphase kann es sich niemand leisten, auf Verdacht in eine Finanzierung einzusteigen, ohne Einfluss auf zeitliche Abläufe zu haben. Insofern geht der Vorschlag, die Wohnungsbaugesellschaft Hilden (WGH) als Bauträger fungieren zu lassen, in die richtige Richtung. Den Nachteil, dass wegen der zweimal fälligen Grunderwerbssteuer der Traum vom Eigenheim für den Einzelnen teurer wird, muss die Politik im Sinne einer geordneten Entwicklung wohl in Kauf nehmen. Obwohl gerade das Selber-Bauen-Können die eigenen vier Wände erschwinglicher machen sollte. Indes: die Hürde der zu bildenden Bauherrengemeinschaft, scheint zu hoch . Weil auch die Abstimmung Zeit kostet.

Quelle: RP
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