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Hilden
Kräuter erkennen ist keine Hexerei

Hilden: Kräuter erkennen ist keine Hexerei
Die jungen Kräuterhexen betrachteten die Pflanzen mit der Lupe ganz genau. FOTO: Janicki
Hilden. Kinder lernen, Wildkräuter bestimmen und sie zu Tee, Kräuterquark und Bonbons zu verarbeiten. Von Nicole Marschall

"Hmm, die sind total lecker", findet Saskia (8), nachdem sie vorsichtig das durchsichtig braune Bonbon, in dem deutlich grüne Kräuterstückchen zu sehen sind, vom Backpapier abgezogen und probiert hat. Bevor es selbst ans Bonbonmachen ging, hatte Ingeborg Schenker, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Naturschutzzentrums Bruchhausen, den Kindern bereits fertige Kräuterbonbons angeboten. Schnell waren sie Feuer und Flamme, ihre selbst geernteten Kräuter aus dem Garten des Naturschutzzentrums zu zerkleinern und im geschmolzenen Zucker zu einer klebrigen Masse zu verarbeiten. Die Zeit, in der die Zuckermasse erkaltete, nutzten die sechs jungen "Kräuterhexen", um ihre weitere Ernte - unter anderem Pfefferminz, Salbei, Majoran, Zitronenmelisse, Brennnesseln und Spitzwegerich - für Tee und Kräuterquark zu schneiden. Denn zum Abschluss stand Stockbrot backen und genießen am Lagerfeuer auf dem Programm. "Und zum Brot brauchen wir natürlich Kräuterquark", erklärte Ingeborg Schenker das geplante Menü.

Seit einigen Jahren befasst sich die pensionierte Grundschullehrerin mit der Kräuterkunde und gibt ihr Wissen gerne weiter. Und dabei gibt sie auch zu, wenn sie mal etwas nicht weiß. "Es gibt so viele Pflanzen. Auch ich kenne nicht alle", erklärte sie, als eines der Kinder ein ihr unbekanntes Kraut mit auf den Teller legt. Sicherheitshalber landet es nicht mit im Kochtopf. Denn als eine der ersten Lektionen hatte sie den Teilnehmern beigebracht, nur die Pflanzen zu ernten, die sie während des Ferienprogramms kennen lernen würden. Andernfalls kann der Verzehr auch Bauchschmerzen oder andere böse Folgen haben.

Salbei, Spitz- und Breitwegerich, Majoran, Thymian, Zitronenmelisse und Minze lernten die Kinder durch genaues Betrachten mit einer Lupe, vor allem aber durch Riech- und Geschmacksproben kennen. Dazu erklärt die Expertin, wozu sich das jeweilige Kraut eignet. "Der Spitzwegerich ist gut gegen Husten, hilft aber auch bei juckenden Insektenstichen und kleinen Wunden", so Schenker. Zerrieben setzen die Blätter den Wirkstoff Aucubin frei und wirken antibiotisch. Darum werde der Spitzwegerich auch "Wiesenpflaster" genannt - und ganz nebenbei schmecke er auch hervorragend im Kräuterquark. Also wanderte er in die Tüte mit der Ernte fürs Mittagessen in freier Natur!

Quelle: RP
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