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Analyse
Kunstrasen ist frei von Schadstoffen

Analyse: Kunstrasen ist frei von Schadstoffen
Mit einem Spiel der Gemeinschaftsgrundschule Elbsee gegen das Team der Grundschule Schulstraße wurde Ende August 2012 der neue Kunstrasenplatz an der Schützenstraße eröffnet. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. In den Niederlanden wurden vielfach polyzyklische Kohlenwasserstoffe gefunden. In Hilden gibt es keine Probleme. Allerdings muss langsam über die Sanierung ältererer Sportplätze nachgedacht werden. Von Christoph Schmidt

In den Niederlanden ist auf vielen Kunstrasenplätzen offenbar Granulat mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) verwendet worden (die RP berichtete). Diese Schadstoffe können Krebs auslösen. Wie steht es um die Kunstrasenplätze in Hilden?, wollte Friedhelm Burchartz (Allianz für Hilden) von Bürgermeisterin Birgit Alkenings wissen.

Hilden ist von diesem Problem nicht betroffen, teilt Alkenings mit. In den Niederlanden sei offensichtlich Kunststoffgranulat aus geschredderten Autoreifen verwendet worden: "Aus dem ergibt sich die PAK-Belastung." Auf den Kunstrasenplätzen der Stadt Hilden sei "zu keinem Zeitpunkt" Recyclingmaterial verwendet worden, sondern "ausschließlich Neugranulat". Recylingmaterial sei zwar deutlich kostengünstiger. "Wegen der unklaren Materialherkunft und einer möglichen Schadtstoffbelastung wurde auf den Einsatz von Recyclinggranulat auf den Hildener Kunstrasenplätzen grundsätzlich verzichtet", teilt die Bürgermeisterin mit. Eine weitsichtige Entscheidung, wie die PAK-Funde in den Niederlanden zeigen.

In Hilden gibt es sechs Kunstrasenplätze. Der älteste (SV Nord-Platz) wurde 2001 angelegt. In welchem Zustand sind die Plätze eigentlich, fragte die CDU Anfang des Jahres. Kunstrasenplätze halten in der Regel etwa zwölf Jahre, erläuterte Claudia Schlottmann. Der Kunstrasen an der Furtwänglerstraße (dort spielt der SV Nord) ist demnach bereits 15 Jahre alt. Die CDU forderte deshalb ein Sanierungskonzept, das sowohl den Vereinen als auch Verwaltung und Politik Planungssicherheit gebe. Dieses Konzept wird die Verwaltung im Schul- und Sportausschuss am 23. November vorlegen, bestätigt Achim Hendrichs, Sachgebietsleiter im Tiefbau- und Grünflächenamt, auf Nachfrage unserer Zeitung: "Enthalten ist auch ein Bericht über den Zustand der Kunstrasenplätze." Alle Kunstrasenplätze (Furtwänglerstraße, Hoffeldstraße, Weidenweg, Kalstert, Schützenstraße und Am Bandsbusch) würden intensiv genutzt. Die Stadt habe ihre Plätze immer gut gepflegt. Deshalb hätten sie auch so lange gehalten. Hendrichs: "Andere Kommunen mussten ihre Kunstrasenplätze zum Teil schon nach zehn Jahren sanieren." In Teilbereichen wie etwa den Torräumen sei der Kunstrasen auf den Hildener Plätzen bereits gewechselt worden. Nach gut 15 Jahren glichen die ältesten Plätze an der Furtwängler- und an der Hoffeldstraße nun allerdings einem Flickenteppich und müssten in der Tat saniert werden. Dabei werde aber nur die oberste Schicht mitsamt dem Sand- und Gummigranulatgemisch ausgetauscht. Im Mehrjahreskonzept der Verwaltung werden auch erste Schätzungen stehen, was das alles kostet. Im städtischen Haushalt fehlen bereits in diesem Jahr 9,9 Millionen Euro, weil die Gewerbesteuer, die wichtigste Einnahmequelle der Stadt, eingebrochen ist. Und die nächsten Jahre sehen auch nicht besser aus. Die Politik wird deshalb Prioritäten setzen müssen. In den vergangenen zwölf Jahren hat die Stadt Hilden rund 17 Millionen Euro in ihre Sportstätten investiert. Als letzter Platz erhielt der Sportplatz Schützenstraße vor vier Jahren einen Kunstrasen. Das kostete rund 735.000 Euro. Der Kunstrasen löste einen Ansturm von Kindern und Jugendlichen auf die Fußballvereine aus. Binnen sieben Jahren hatte sich die Zahl der jungen Vereinskicker auf 1100 nahezu verdoppelt.

Quelle: RP
 
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