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Kreis Mettmann
Leuchtstreifen können Leben retten

Kreis Mettmann: Leuchtstreifen können Leben retten
Ob Warnwesten, Blinkis oder rückstrahlende Dinos oder Sterne - sie alle werfen Licht der Autoscheinwerfer zurück und machen in der dunklen Jahreszeit Fußgänger früher sichtbar. FOTO: privat
Kreis Mettmann. Damit Kinder sicher durch die dunkle Jahreszeit kommen, sollten sie gut zu sehen sein. Helle Kleidung, Reflektoren und Licht am Rad sind ein Muss. Von Ilka Platzek

Jörg Marsall von der Kreispolizei in Mettmann gehört zu den Polizisten, die in Schulen und Kindergärten Verkehrssicherheitstraining anbieten. In den Kindergärten ist Fußgängertraining angesagt: Er übt mit den Kleinen, begleitet von ihren Eltern, wie sie sich als Gruppe im Straßenverkehr richtig verhalten. Und den Eltern erklärt er immer wieder: "Sichtbarkeit ist entscheidend."

Der Anteil der Kinder an der Gesamtbevölkerung des Kreises Mettmann beträgt 13 Prozent. Von diesen 62.119 Kindern waren im vergangenen Jahr 180 Kinder aktiv oder passiv an einem Verkehrsunfall beteiligt. Im Vergleich zum Jahr 2013 sank die Anzahl von 186 leicht um sechs Kinder oder 3,2 Prozent. Der Anteil der aktiven Beteiligung lag dabei bei 73,3 Prozent. 166 Kinder wurden 2014 verletzt, wovon 33 stationär und 133 ambulant behandelt werden mussten. 56 Kinder davon waren als Fußgänger und 61 als Radfahrer unterwegs. Die Anzahl der Schulwegunfälle stieg im Vergleich zum Vorjahr von 21 auf 33 .

Marsall rät Eltern, ihre Kinder mit möglichst vielen Reflektoren auszurüsten: Ob fluoreszierende Klackarmbänder, neonfarbene Warnwesten, Sicherheitskragen, blinkende Schuhe oder Blinkis in Form von Dinos oder Sternen an der Kleidung sei egal. Hauptsache auffallend.

Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen in dunkler Kleidung erst aus 25 Metern Entfernung wahrgenommen werden, weiß Marsall. Helle Kleidung sehen Autofahrer dagegen aus 40 Metern Entfernung und reflektierende oder fluoreszierende bereits aus 150 Metern Entfernung.

Reflektoren gibt es unter anderem in Baumärkten und bei Discountern, aber nicht jedes angebotene Produkt taugt etwas, weiß der Fachmann: "Es gibt zwei einfache Tricks, wie sie die guten von den schlechten Reflektoren unterscheiden können. Sie können sie entweder mit einer mitgebrachten Taschenlampe auf Höhe des Reflektors anleuchten oder mit ihrem Handy ein Foto machen. Je größer der Lichtreflex ist, den sie auf dem Foto oder im Laden sehen, desto besser ist das Produkt."

Ist das Kind mit dem eigenen Fahrrad unterwegs, ist ein guter Helm unabdingbar. "Er schützt vor den Folgen von Kopfverletzungen durch Stürze mit dem Rad, vermeidet oder mindert diese. Reflektoren am Helm erhöhen die Sichtbarkeit. Qualitätshelme entsprechen der Sicherheitsnorm EN 1078 und sind am GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit zu erkennen", erklärt Gerd Peters von der Kaufmännischen Krankenkasse KKH. Eltern sollten ebenfalls einen Helm tragen, denn: Sie sind die wichtigsten Vorbilder für ihre Kinder - auch im Straßenverkehr. Das Rad selbst sollte über eine gut funktionierende Beleuchtung verfügen und mit Reflektoren zum Beispiel an den Fahrradspeichen versehen sein. Zudem erhöht ein Fahrrad-Check von Licht und Bremsen jetzt im Herbst die Fahrtüchtigkeit und Verkehrssicherheit.

Die Kreispolizei Mettmann kooperiert mit zahlreichen Schulen und führt diese Tests direkt vor Ort durch. Meisten geschieht das im Rahmen der Radfahrerausbildung für Schüler der 4. Klassen. Dort lernen sie die wichtigsten Verkehrsregeln und, dass sie vorausschauend unterwegs sein sollen, weil sie immer mit den Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen müssen.

Quelle: RP
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