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Hilden
Lieferproblem bei Asyl-Containern

Hilden: Lieferproblem bei Asyl-Containern
Im Sommer 2014 wurden diese Container an der Ellscheider Straße in Haan aufgestellt. FOTO: Staschik
Hilden. Dezernent Danscheidt glaubt den Versprechen der Firma nicht mehr. Von Christoph Schmidt

Deutschland hat im vergangenen Jahr geschätzt eine Million Flüchtlinge aufgenommen. So viele könnten auch in diesem Jahr um Asyl bitten. Das setzt auch die Stadt Hilden mächtig unter Druck. Schon vor vier Wochen sollten am Standort Breddert Wohncontainer für bis zu 180 Flüchtlinge aufgestellt werden. "Die Fundamente sind fertig, aber die Container sind immer noch nicht da", stellt Erster Beigeordneter Norbert Danscheidt fest. Die Stadt habe bei der Lieferfirma mehrfach Druck gemacht, jetzt eine letzte Nachfrist gesetzt: "Ich bin nicht so optimistisch. Vielleicht müssen wir auch noch die Pferde wechseln."

Das wäre bereits das zweite Mal. Die Stadt musste den 2-Millionen-Euro-Auftrag öffentlich ausschreiben - bereits im Sommer vergangenen Jahres. "Der erste Lieferant, der den Zuschlag bekam, hat uns draufgesetzt", räumt Danscheidt ein. Die Firma bekam den Auftrag, konnte aber nicht liefern. Daraufhin wurde erneut ausgeschrieben. Die ersten Wohncontainer sollten schon am 17. Dezember aufgestellt werden. Dann versprach das Unternehmen, dass die ersten Wohncontainer in der zweiten Januar-Woche bereit stehen. Ende Januar sollten 90 von 180 Plätzen bezugsfertig sein. Daraus wird wohl nichts mehr. Viele Kommunen in Deutschland haben Container geordert - und vielen ist wohl das Blaue vom Himmel versprochen worden.

Den Firmen den Auftrag wieder zu entziehen, ist gar nicht so einfach. Und selbst, wenn es gelingt, bleibt das Problem: Wie findet man einen seriösen Anbieter, der auch tatsächlich liefern kann? Sozialdezernent Reinhard Gatzke ist in "großer Sorge". Spätestens Ende Februar sind die neu geschaffenen Unterbringungsmöglichkeiten erschöpft. Aktuell schickt das Land Flüchtlinge in Großstädte, die ihre Aufnahmequote noch nicht erfüllt haben. Das verschafft Hilden eine kurze Atempause.

Quelle: RP
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