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Hilden
Lobby für Senioren und Behinderte

Hilden. Der Senioren- und der Behindertenbeirat der Stadt Hilden feiern gemeinsam ihr 40-jähriges Bestehen. Von Christoph Schmidt

Rund 48 Prozent der 56.000 Hildener sind 50 Jahre und älter. Und 10 bis 15 Prozent der Einwohner sind in irgendeiner Form durch eine Behinderung gehandicapt. Beide Gruppen haben in Hilden eine starke Lobby - und das schon seit 40 Jahren. 1976 beschloss der Stadtrat, einen Senioren- und einen Behindertenbeirat einzurichten.

Hilden war der Zeit damals weit voraus. Nur zwei der 396 Kommunen im Land haben bereits seit 40 Jahren einen Seniorenbeirat - eine davon ist Hilden. "Das hat die Landesseniorenvertretung NRW mit einer Urkunde gewürdigt", freut sich Vorsitzender Gerd Wimmershoff. Beide Beiräte haben Sitz und Rederecht in den Ausschüssen des Stadtrates, aber kein Stimmrecht. Wimmershoff und Klaus Dupke (Behindertenbeirat) verstehen es, den Anliegen von Senioren und Behinderten sachlich, aber hartnäckig Gehör zu verschaffen. Einiges konnte so erreicht werden, manches (noch) nicht. Beide Beiräte setzen sich für den Bau von Sozialwohnungen auf dem Gelände der Schweitzer- und der Heuss-Schule ein. Die Aktion "Nette Toilette" war ein Erfolg - auch wenn es nicht so aussieht. "Viele Geschäfte lassen die Leute ihre Toiletten nutzen, lehnen aber einen Hinweis darauf an der Ladentür ab", berichtet Wimmershoff. Anderes Beispiel: Die Beiräte konnten die Neuorganisation des Apothekennotdienstes nicht verhindern. Folge: Manchmal müssen Hildener in die Nachbarstädte fahren, um nach Ladenschluss noch eine Apotheke zu finden. "Einige Apotheken in Hilden haben daraufhin ihre Öffnungszeiten verlängert", hat Dupke festgestellt: "Seitdem haben wir keine Beschwerden mehr erhalten." Beide Beiräte hatten sich auch für den Erhalt der Sparkassen-Filiale im Wohnstift Haus Horst eingesetzt. Die Filiale wird zwar zum 1. Juli geschlossen, einige Service-Angebote bleiben jedoch erhalten. Für Dupke und Wimmershoff ein tragbarer Kompromiss. Auch die Taschengeldbörse funktioniere gut. Träger ist die Arbeiterwohlfahrt, die Stadt unterstützt das Projekt mit 3000 Euro im Jahr. "Wir haben mehr Hilfsangebote von Jugendlichen als Nachfrage von Senioren", bilanziert Wimmershoff: "Viele andere Städte haben das Modell inzwischen übernommen."

Der Behindertenbeirat feiert gleichzeitig auch 25 Jahre Freundschaft mit der Behinderteneinrichtung "Nona" aus Hildens tschechischer Partnerstadt Nove Mesto.

Quelle: RP
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