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Kreis Mettmann
Mediziner kritisiert neue Facharzt-Regelung

Kreis Mettmann. DRK-Kreisverbandarzt und Allgemeinmediziner Dr. Thomas Nasse bemängelt: "Es wird wieder mal Geld verbrannt." Von Christoph Zacharias

"Den nächsten freien Termin gibt es leider frühestens in drei Monaten" - bei bestimmten Fachärzten mussten gesetzlich versicherte Patienten bisher lange Wartezeiten in Kauf nehmen. In diesem Jahr soll sich das ändern: Nach der neuen Regel soll Patienten innerhalb einer Woche ein Behandlungstermin in zumutbarer Entfernung vermittelt werden, der innerhalb der nächsten vier Wochen stattfindet.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) sind verpflichtet, seit dem 23. Januar eine entsprechende Terminservicestelle zur Verfügung zu stellen. Voraussetzung für die Patienten ist, dass sie eine als dringlich gekennzeichnete Überweisung haben.

Der Mettmanner Facharzt für Allgemeinmedizin und DRK-Kreisverbandsarzt, Dr. Thomas Nasse, sieht die neue Regel kritisch: "Mit den neuen Termin-Servicestellen für Facharzttermine wird ein kostenintensives Verwaltungsinstrument geschaffen. Kurz gesagt: Es wird wieder Geld verbrannt. Hat ein Hausarzt bei einem Patienten den Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung, die eine schnelle Abklärung erfordert, wird er sicher nicht einfach eine Überweisung ausstellen und den Patienten auf den Weg schicken. Jede Ärztin, jeder Arzt greift in diesem Falle zum Telefon und organisiert einen zeitnahen und ortsnahen Termin, gegebenenfalls am gleichen Tag."

Der Hausarzt koordiniere die weitere Behandlung oder Diagnostik, indem er die Fachkollegen, mit denen er ja häufiger kooperiert, direkt in schriftlicher oder mündlicher Form informiert. Nasse: "Hier zeigt sich, wie wichtig der so genannte Primärarzt ist. Nach dem neuen System würde der Patient mit einer Überweisung und einem Code an eine Hotline verwiesen, um dann im Umkreis von einer maximal einstündigen Anfahrt einen völlig unbekannten Facharzt zu konsultieren."

Nasse weiter: "Man fragt sich, warum die Facharztpraxen so oft überfüllt sind. Patienten, die sich selbst überweisen, obwohl nicht unbedingt erforderlich, blockieren häufig wichtige Termine. Ein Anruf oder eine kurze Konsultation des Hausarztes bringen oft deutlich schneller Klärung." Es entstünden durch die neue Regelung wieder einmal unnötige Kosten, die besser für eine adäquate Behandlung ausgegeben werden sollten. Eine Senkung der Krankenkassenbeiträge werde indes, so mutmaßt Nasse, sicher nicht erreicht.

Kontakt zur Termin-Servicestelle der auch für den Kreis Mettmann zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein unter Telefon 0211 59708990. Die Servicestelle ist erreichbar montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, mittwochs von 14 bis 17 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr.

Quelle: RP
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