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Hilden
Mega-Kita bietet Naturpädagogik an

Hilden. Die "Freizeitgemeinschaft" - Betreiber der Kita "Nordlichter" - hat ihr vorläufiges Konzept vorgestellt und gegen Kritik verteidigt. Von Ilka Platzek

Die neue Kita "Nordlichter" soll im August 2017 eröffnet werden. Der Umbau beginnt voraussichtlich im August 2016, so die Freizeitgemeinschaft Behinderte und Nichtbehinderte (FZG). Sie wird die neue Kita mit sechs Gruppen und etwa 105 Kindern betreiben, hat der Stadtrat beschlossen. Weil die neue Einrichtung inklusiv behinderte und nicht behinderte Kinder betreuen soll und die Freizeitgemeinschaft auf diesem Gebiet viel Erfahrung hat.

4,3 Millionen Euro hatte der Rat im Dezember für den Umbau eines Gebäudes der Theodor-Heuss-Schule bewilligt. Mehr als ursprünglich geplant. Die gestiegenen Kosten missfielen dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Rudolf Joseph. Sein Vorschlag: Die Verwaltung solle bei der "Wunschliste" des Trägers einsparen. Diese Unterstellung ärgert die Freizeitgemeinschaft. Vorsitzender Rainer Hack stellt klar: "Wir hatten keine Sonderwünsche. Es gibt Vorgaben, wie neue Kitas auszusehen haben.

" In einer integrativen Kita werden etwa "Räume für Therapie, Sprachförderung und Mehrzweckräume gebraucht", erklärt Bodo Seume, der Geschäftsführer der Freizeitgemeinschaft. Und Hack verteidigt die ebenfalls kritisierte Größe: "Die hat die Kindergartenbedarfsplanung der Stadt ermittelt." Ein Bewegungskindergarten wollen die "Nordlichter" sein und Naturpädagogik anbieten. Die Freizeitgemeinschaft findet die Lage der Kita dafür ideal.

Man könne dort eine Waldgruppe einrichten, was gerade ADHS-Kindern (mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) sehr gut bekomme, die benachbarte Turnhalle und den Abenteuerspielplatz nutzen. Wenn im Sommer Hildens letzte Hauptschule, die Theodor-Heuss-Schule, schließt, entsteht dort, an der Furtwängler Straße 2, eine Groß-Kindertagesstätte mit 32 Plätzen für Kinder von drei Monaten bis unter drei Jahren und 73 Plätzen für 3 bis 6-Jährige.

Für den Umbau muss das gesamte Gebäude vollständig entkernt werden (einschließlich Dach, Fenster und Fassade). Außerdem werden die Räume neu aufgeteilt. Marode Kanäle, Lüftungsanlage, Neugestaltung des Außengeländes: Das alles hat die Kosten von anfangs geschätzt 3,1 auf jetzt 4,3 Millionen Euro in die Höhe getrieben. Die Stadt hat keine Alternative: Der Umbau sei wirtschaftlicher als ein Neubau. Darauf wies Jugenddezernent Reinhard Gatzke bereits im Dezember hin: "Wir haben den Bedarf und müssen einen Rechtsanspruch erfüllen.

" Bodo Seume, der Geschäftsführer der Freizeitgemeinschaft Behinderte und Nichtbehinderte, weiß, dass es für die Stadt günstiger ist, einen Betreiber mit der Leitung zu beauftragen, als sie selbst zu betreiben: "Eine Kommune bekommt weniger staatliche Zuschüsse als wir."

Quelle: RP
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