Kreis Mettmann Mehr Bewerber als Lehrstellen

Kreis Mettmann · Halbzeit am Ausbildungsmarkt: Es gibt eine günstigere Tendenz als im Vorjahr

 Samuel Felder (links) wird Kaufmann. Sören Falkenberg macht ein duales Studium Logistikmanagement. Darüber freuen sich (v.l.) Norbert Woehlke, Wolfgang Mai, Anja Kern und Torsten Sweeren sowie Martin Lindemann.

Samuel Felder (links) wird Kaufmann. Sören Falkenberg macht ein duales Studium Logistikmanagement. Darüber freuen sich (v.l.) Norbert Woehlke, Wolfgang Mai, Anja Kern und Torsten Sweeren sowie Martin Lindemann.

Foto: Blazy

Halbzeit am Ausbildungsmarkt und gute Zahlen am Arbeitsmarkt - diese beiden Nachrichten platzierte gestern die Agentur für Arbeit. Bei der Zahl der bisher gemeldeten Ausbildungsstellen gibt es ein Plus von elf Prozent, sagte Geschäftsführer Wolfgang Mai mit einem Dank an die Unternehmen. Dennoch muss sich ranhalten, wer im August/September nach der Schule ins Arbeitsleben starten möchte: 1784 Ausbildungsplätze stehen im Kreis 2559 bei der Agentur gemeldeten Bewerbern gegenüber. Im vergangenen Jahr waren es kreisweit 150 junge Frauen und Männer, die komplett leer ausgingen. Das soll sich nicht wiederholen.

Deshalb hat die Agentur Initiativen gestartet, um Jugendliche und Unternehmen zusammenzubringen. Seit Januar gibt es drei Ausbildungsakquisiteure, die Unternehmen ermutigen, auszubilden. Ihre Argumente sollten bekannt sein: Die Belegschaften werden immer älter, bereits in diesem Jahr gibt es rund zehn Prozent weniger Schulabgänger, Facharbeiter sind Mangelware und werden künftig noch seltener. Dass viele Unternehmen und Handwerksmeister über Wissens- und Motivationslücken bei Azubis klagen, ist zur Arbeitsagentur vorgedrungen. Um die Zahl der Ausbildungsabbrecher von derzeit zehn bis 15 Prozent zu senken, wird es auf Wunsch eine Begleitung von Wackelkandidaten geben. Der Bildungsträger hierfür wird just gesucht. Bereits jetzt zahlt die Arbeitsagentur Nachhilfe, sobald ein Azubi in der Berufsschule schwächelt.

Der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Martin Lindemann, gab einen Denkanstoß. Traditionell ist die Top Ten der beliebtesten Ausbildungsberufe in Stein gemeißelt. Kaufleute (19 Prozent), Verkäufer (4,6 Prozent), Kfz-Mechatroniker (4,5 Prozent) liegen bei den Berufswünschen seit Jahren vorn. "Nach einer Ausbildung zum Lkw-Mechatroniker fragen seltsamerweise nur wenige", sagte Lindemann. Dabei sei das im Zweifel die anspruchsvollere Ausbildung.

Am Arbeitsmarkt für den Kreis ist die gute Konjunktur angekommen. Mit 177 000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen Ende September 2014 gibt es eine Rekordzahl: Das sind 3000 Arbeitnehmer mehr als im Quartal zuvor - der höchste Wert seit den 1980er Jahren. 17 522 Menschen waren im März im Kreis arbeitslos gemeldet.

(RP)
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