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Hilden
Mettmanns Stadtmauer kommt unter Glas

Hilden. Die Stadt möchte die Mauerreste wieder sichtbar machen. Sponsoren haben sich bereits gefunden. Von Christoph Zacharias

Die alte Stadtmauer, die bei Bauarbeiten in der Innenstadt gefunden wurde, soll sichtbar gemacht werden. Wie Mettmanns Bürgermeister Thomas Dinkelmann mitteilte, gibt es bereits Überlegungen, wie und in welcher Form das geschehen soll. Angedacht ist eine viereckige Erhöhung über der Fundstelle vor der Evangelischen Kirche. Auf diesem "Häuschen" liegt in einer Schräge eine vier Zentimeter dicke Glasscheibe. Die Mauerreste sollen abends beleuchtet werden.

"Wir müssen noch die genauen Kosten ermitteln. Es haben sich bereits Sponsoren gemeldet. Auch die Bürger- und Heimatvereinigung ,Aule Mettmanner' wollen sich an den Kosten beteiligen", sagte Dinkelmann. Die Entdeckung der Stadtmauer war eine kleine Sensation in der Kreisstadt: Im August vergangenen Jahres waren in der Neanderstraße, nahe Lavalplatz / Mittelstraße, auf acht Metern Länge die in Ost-West ausgerichteten Reste der ehemaligen Stadtmauer zum Vorschein gekommen. Am 11. und 12. Januar dieses Jahres wurden in der Freiheitstraße bei der Aushebung von Schächten für Baumscheiben in vier Fällen erneut Reste der Stadtmauer (je zwei Meter lange Stücke) aufgedeckt. Der Verlauf der ehemaligen Befestigung konnte hier insgesamt auf 23 Metern wahrscheinlich gemacht werden.

Der Bau der Mauer erfolgte nach Aussage der die Arbeiten begleitenden Archäologin Dr. Tünde Kaszab-Olschewski offenbar im 13. bis 14. Jahrhundert oder eventuell noch früher. Die Fachfrau beschreibt, dass nach der Aufgabe der Verteidigungsanlagen (Mauer, Graben, Wall) dieser Bereich - nach Meinung des Heimatforschers H. G. Hütten - wahrscheinlich als Garten benutzt worden ist, bis man hier um 1750 die Freiheitstraße anlegte und ab 1775/1780 die Evangelische Kirche erbaute.

Es sei zwar bekannt gewesen, dass das mittelalterliche Mettmann eine Stadtmauer besaß, aber die genaue Lage der Umwehrung war in Vergessenheit geraten. Nach den Entdeckungen 2015 und 2016 kann laut Dr. Tünde Kaszab-Olschewski ein großer Teil des südlichen Verlaufs als gesichert gelten. Die im Zuge der Innenstadtbaumaßnahmen freigelegten Fundstücke sind sorgfältig erfasst und in Abstimmung mit dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege gesichert worden.

Quelle: RP
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