| 00.00 Uhr

Hilden/Haan
Mit dem Rollator durch den Stadtwald

Hilden/Haan: Mit dem Rollator durch den Stadtwald
Auch Förster Dennis Anders (r.) war mit einem Rollator unterwegs, um den Teilnehmern des Kurses zu erläutern, wie sie sich am besten auf Waldwegen verhalten. FOTO: Olaf Staschik
Hilden/Haan. Ist die Gehhilfe auch für Wege in der Natur geeignet? Ja. Das erfuhren jetzt Teilnehmer eines ganz besonderen Kurses. Von Sandra Grünwald

Ein warmer Hochsommertag mit blauem Himmel und Vogelgesang ist genau der richtige Zeitpunkt, um auf eine Entdeckungstour durch den schattigen Stadtwald zu gehen. Doch die Erkundungstour, die am Dienstagvormittag ihren Anfang am Restaurant "Zwölf Apostel" nahm und unter dem Motto "Mach mit und bleib fit!" stand, war eine ganz besondere, denn sie war für Menschen mit Rollator ausgelegt. "Oder für jene, die nicht so schnell durch den Wald hetzen möchten", wie es Marie Luise Barkhoff, Leiterin des Josef-Kremer-Hauses der Awo, formulierte.

In der Tat hatten sich nicht nur fünf Damen mit Rollator eingefunden, sondern auch einige Damen und Herren, die bislang noch ohne dieses Hilfsgerät auskommen. Ihnen allen ging es darum, gemeinsam die Wege des Hildener Stadtwaldes zu erkunden. Organisiert wurde diese Rollator-Tour von Marie Luise Barkhoff im Rahmen des Projektes "Erkundungen im Quartier". Für diesen Waldspaziergang konnte der Awo-Ortsverein Hilden nicht nur den Stadtsportverband Hilden, sondern auch die Stadt als Kooperationspartner gewinnen.

So wurde die Tour angeführt von Förster Dennis Anders und der Sport- und Gesundheitstherapeutin Heidrun Weibrecht, die gleich das allerneuste Modell mitgebracht hatte - den in Finnland entwickelten "Wheellator", der sich mit wenigen Handgriffen vom Rollator zum Rollstuhl umbauen lässt. Zunächst gab sie ein paar Tipps für den richtigen Rollator-Gebrauch. "Die Knie und die Ellenbogen müssen locker sein", betont Weibrecht. "Ansonsten überträgt sich der Druck auf den Rücken oder auf die Schultern." Dann ging es los, zunächst auf gut befestigten Wegen. "Es gibt dreißig Kilometer ausgebaute Wege im Stadtwald", erzählt Förster Dennis Anders. Alle sind freilich nicht für die Rollatoren geeignet. "Wir haben von geteerten Wegen über Schotterwege bis hin zu weichem Untergrund, der bei Regen schon mal schlammig sein kann, alles hier", sagt Anders. Die Erfahrung hat auch eine Teilnehmerin schon gemacht. "Ich hab schon versucht, allein hier im Stadtwald spazieren zu gehen, aber dann kam plötzlich Schotter", erzählt sie. Und auf Schotter sei es mit dem Rollator ganz schwierig.

Nun freut sie sich, auf der geführten Tour Rollator-freundliche Wege kennenzulernen. Drei Rundwege kann der Förster auch gleich empfehlen. Sie sind durch Tierzeichen gut ausgeschildert. "Eine Schnecke für die Drei-Kilometer-Route, ein Kaninchen für die Fünf-Kilometer-Route und ein Hirsch für die Zehn-Kilometer-Route." Auch über die Wege kann er einiges erzählen, denn der Wald ist nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern auch sehr gut von Rettungsfahrzeugen zu befahren. So können sich auch die Senioren im Stadtwald sicher fühlen bei ihrem Spaziergang. Stadtsportverband-Geschäftsführer Harald Noubours betont: "Bewegung ist eine Lebenseinstellung. Egal, wie alt wir sind, es ist wichtig sich zu bewegen."

In Planung ist nun eine Straßen-Erkundungstour für Rollatoren.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hilden/Haan: Mit dem Rollator durch den Stadtwald


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.