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Hilden
Mit diesen Schülern muss man rechnen

Hilden: Mit diesen Schülern muss man rechnen
Sie waren beim Regional-Wettbewerb Mathematik. Von links: Arshia (15), Markus (13), Julian (11), Olivia (12), Lilith (10). Vorn ist Lisa Schönwald (12), die im Januar am Landeswettbewerb teilnimmt. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Bei der 55. bundesweiten Matheolympiade haben es sechs Schüler des Dietrich Bonhoeffer Gymnasiums bis in die Regionalrunde geschafft. Die Siebtklässlerin Lisa Schönwald hat sich sogar für die Landesmeisterschaften in Dortmund qualifiziert. Von Daniele Funke

Es gibt nicht gerade wenig Menschen, die empfinden Algebra, Kurvendiskussionen und Geometrie als reine, überflüssige Schikane der Schulzeit. Bei Lisa Schönwald ist das anders: die Siebtklässlerin und die Mathematik können gut miteinander, seit Lisa ganz klein war. Bereits vor zwei Jahren hat sie im Rahmen der Matheolympiade den Landeswettbewerb gewonnen. Und nun, 2015, hat sie sich erneut für die Landesmeisterschaften qualifiziert. Gerechnet hat die Schülerin trotzdem nicht damit. "Das liegt daran, dass ich im vergangenen Jahr nicht weit gekommen bin, der Sieg dieses Jahr war also nicht selbstverständlich für mich", erklärt die Schülerin mit leiser Stimme und wirkt ein wenig so, als sei ihr die positive Aufmerksamkeit fast ein wenig unangenehm. Fünf andere Schüler des evangelischen Gymnasiums haben immerhin die Regionalrunde erreicht, teils sogar die ersten Plätze in ihrer Jahrgangsstufe unter insgesamt 80 Schülern aus dem südlichen Kreis Mettmann belegt. Dass sie aber trotzdem nicht am Landeswettbewerb teilnehmen können, hat einen einfachen Grund. "Es dürfen nur insgesamt drei Schüler aus dem gesamten südlichen Kreis Mettmann weiterkommen. Das bedeutet, dass nicht jeder Jahrgangsstufengewinner automatisch dabei sein kann", erklärt der betreuende Mathelehrer Steffen Höhn.

Arshia Tashakkornojehdehi hat den ersten Platz der Jahrgangsstufe 9 belegt. Erst vor zwei Jahren ist er nach Deutschland gekommen. Die Sprache macht ihm zwar noch etwas Probleme, Zahlen dagegen ganz und gar nicht. "Mathematik habe ich schon immer geliebt, vor allem Algebra und Geometrie", erzählt er in gebrochenem Deutsch. Auch der Sechstklässler Julian Doedens freut sich über einen ersten Platz. "Ich konnte schon im Kindergarten so gut rechnen, dass ich besonders gefördert wurde", erzählt der Gymnasiast stolz.

Matheolympiade - das bedeutet für die freiwilligen Teilnehmer zusätzliche Übungsstunden, zeitlichen schulischen Mehraufwand. Steffen Höhn hat festgestellt, dass sich gerade seit dem Turboabitur nach acht Jahren immer weniger Schüler für freiwillige Zusatzaufgaben gewinnen lassen. "Viele Schüler sagen, dass sie schon so kaum noch Freizeit haben, für zusätzlichen freiwilligen Aufwand sind da viele nicht mehr bereit."

Lisa Schönwald sieht die Mathe- Olympiade weniger als Aufwand, denn als eine Herausforderung an, die ihr Spaß macht. Ihre Zwillingsschwester Julia dagegen zeigt eher weniger Zahlenaffinität. "Dafür kann sie besser Tennis spielen und Schwimmen als ich", erzählt Lisa und lacht. Auf die im Februar stattfindende Landesmeisterschaft bereitet sich die 13-Jährige jetzt schon vor. "Ich suche mir die Aufgaben der vergangenen Jahre im Internet heraus, Papa druckt sie dann aus und bespricht sie mit mir." Ein Wermutstropfen aber wird Lisa Schönwald so oder so nach Dortmund begleiten. Egal, ob sie auch dort gewinnt oder verliert, an der Bundesmeisterschaft in Berlin darf sie eh nicht teilnehmen. Die gilt erst für Schüler ab Jahrgangsstufe acht. Aber man muss ja Ziele haben.

Quelle: RP
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