| 00.00 Uhr

Auf Ein Wort Ulrike Peters
Mit Gottes Hilfe werden, wie wir sein wollen

Hilden. Sei wer du willst! So lautet der Werbeslogan eines bekannten Anbieters von Fanartikeln und Kostümen. In den letzten Wochen vor Karneval war er auch mehrfach täglich im Radio zu hören: Sei wer du willst! Klingt gut, oder? Sein können, wer ich will, wie ich will, wie ich eigentlich bin - wer wünschte sich das nicht. Aber wie sieht es in der Realität, in unserem Alltag aus. Anforderungen werden von vielen Seiten an uns herangetragen, Erwartungen an unser Engagement, unsere Arbeit, unser Aussehen, unsere Fähigkeiten, unsere Kommunikation usw. bestimmen oft unser Leben. Wir erfüllen sie, oder versuchen es zumindest so gut wir können, anders wäre das tägliche Miteinander wohl kaum möglich. Kürzlich stieß ich auf der Suche nach einer Glückwunschkarte auf eine Spruchkarte: "Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm nur viel zu selten dazu." Gleich hatte ich den Song "Ganz anders" von Udo Lindenberg im Ohr. Und ich habe mich dabei ertappt, dass ich das ab und zu wirklich aus vollem Herzen mitsingen kann. Da kommt die Karnevalszeit doch gerade recht: Sei wer du willst! Davon lebt die Faszination des sich Verkleidens an Karneval ja. Liebliche Prinzessinnen, verwegene Cowboys, mutige Indianer, gefährliche Raubtiere, starke Handwerker, mitreißend lustige Clowns, furchteinflößende Darth Vaders - Charaktere, in die sich nicht nur Kinder alle Jahre wieder gerne "verwandeln". Im Kostüm kann ich nicht nur so aussehen, ich könnte mich auch so geben, wie ich vielleicht gerne wäre, wozu ich im Alltag nur selten oder sogar nie komme. Und mancher Brauch ermöglicht sogar, Dinge zu tun oder zu sagen, zu denen ich im "normalen" Leben nie den Mut hätten: zum Beispiel an Weiberfastnacht der Krawatte des Chefs mit der Schere zu Leibe rücken.

Dieser Sehnsucht nach dem "Anders sein" kann ich im Karneval vielleicht vorübergehend nachkommen, aber der Alltag wird mich wieder einholen - spätestens am Aschermittwoch.

Wie wäre es, wenn wir die Fastenzeit dazu nutzen würden, uns ins Bewusstsein zu rufen, dass unser Schöpfer Gott uns genauso geschaffen hat, wie wir sind. Dass wir, mit all unseren Stärken und Schwächen, seine geliebten Töchter und Söhne sind. Und dass ER uns die Kraft dazu gibt, immer mehr so zu werden, wie wir eigentlich sein wollen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Auf Ein Wort Ulrike Peters: Mit Gottes Hilfe werden, wie wir sein wollen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.