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Hilden
Mit Pinsel und Farbe Neues erschaffen

Hilden. Fritz Küchle zeigt in seiner ehemaligen Heimat Hilden Bilder und Zeichen seiner Zeit. Von Sandra Grünwald

Angefangen hat alles mit Landschaftsmalerei. Doch bald schon reichte Fritz Küchle diese Kunstform nicht mehr aus. "Es hat mich nicht mehr befriedigt", verrät der 79-Jährige. Er wollte nicht mehr nur abbilden. Die Faszination, Neues zu erschaffen, etwas, was zuvor noch nicht da war, ergriff ihn und verwandelte seinen Stil vollständig. Sich überhaupt mit bildender Kunst zu beschäftigen, dazu hat ihn sein Beruf als Buchbinder gebracht und genau die Buchbinderei ist es, die noch jetzt einen starken Einfluss auf die Werke des in Dachau geborenen Künstlers hat.

"Ich arbeite gerne mit Papier, vor allem mit Büttenpapier", sagt Fritz Küchle, "viel lieber als mit Leinwand." So sind es auch überwiegend Arbeiten auf Papier, die er für seine Ausstellung "Bilder und Zeichen meiner Zeit" zusammengestellt hat, eine Ausstellung, über die er sich ganz besonders freut, führt sie ihn doch noch einmal in seine ehemalige Heimat Hilden zurück. Als Gründungsmitglied des "Künstlervereins Haus Hofstraße 6 Hilden" hat er bis zu seinem Umzug 2012 nach Windeck zweiunddreißig Jahre lang aktiv im Künstlerhaus mitgearbeitet. Die Werke, die er nun hier zeigt, sind alle in seiner neuen Heimat im Rhein-Sieg-Kreis entstanden. Neben dreißig Bildern hat er auch fünf Fahnen mitgebracht, die mitten im Raum hängen. Auf hauchdünnem, durchscheinendem Stoff wurde in verschiedenen Farben eine Figur aufgedruckt, zu der sich der Künstler durch ein im Wald gefundenes Brett inspirieren ließ. "Der Vorgang des Druckens war mystisch."

Bei seinen Bildern setzt Fritz Küchle häufig Tusche ein, experimentiert jedoch auch mit anderen Farben. Ihre Lebendigkeit verdanken die Werke vor allem dem Zusammenspiel von spontanen Elementen und sorgfältig ausgearbeiteten Formen. Wo der spontane Pinselstrich für die erste Grundlage sorgt, baut der Intellekt das Werk aus. "Ich bin kreativ und locker, aber es muss eine Harmonie ergeben", verrät Fritz Küchle. So überlegt er sich lange, wann ein Bild wirklich fertig ist, und sollte er dabei einmal über das Ziel hinausschießen, gibt er sein Werk nicht verloren. "Dann finde ich einen neuen Ansatz", sagt er. Neben mit freier Hand intuitiv erschaffenen Bildern, nutzt Fritz Küchle auch zufällig entstandene Muster. "Ich muss etwas aus dem machen, was mir zufällt", betont er, "das ist ein wichtiger Aspekt meiner Malerei." Außergewöhnlich ist das Bild, das er auf Pergament gemalt hat. Das archaische Material der Ziegenhaut hat er auf archaische Weise mit schwarzer Farbe gestaltet. Lebendig, dicht und farbenfroh strahlen die Bilder von Fritz Küchle nicht nur die Freude des Künstlers am kreativen Erschaffungsprozess, sondern auch eine starke Freude am Leben selbst aus, die sich schnell auf den Betrachter überträgt.

Quelle: RP
 
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