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Hilden
Nach Pause: Kletterhalle wächst jetzt weiter

Hilden: Nach Pause: Kletterhalle wächst jetzt weiter
Justin Bohn turnt schon mal vor. Nachdem es Probleme während des Baus gegeben hat, ist der Stillstand überwunden. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Die beiden jungen Bauherren Justin Bohn und Marcel Buchmann wollen den Betrieb nun bis Ende 2016 eröffnen. Von Alexandra Rüttgen

Ein Stahlgerüst weist auf den Ort hin, an dem schon in wenigen Monaten Kletterfreunde auf ihre Kosten kommen sollen: Nach einer Pause geht der Bau der neuen Kletterhalle in Hilden nun weiter. Die beiden Existenzgründer Justin Bohn und Marvin Buchmann hoffen, sie Ende dieses Jahres eröffnen zu können. Damit hat sich die Bauzeit verlängert: "Wir werden wohl ein halbes Jahr mehr brauchen als wir geplant hatten", sagt Justin Bohn. Eigentlich wollte das Duo sein Projekt schon Mitte dieses Jahres an den Start bringen.

Das Sport- und Freizeitzentrum "Bergstation" will Klettermöglichkeiten auf mehr als 3000 Quadratmetern Fläche anbieten. Dabei sind mit Griffen bestückte Wände ebenso geplant wie Naturstein-Felsen. Vier Meter hoch sollen die Boulderwände sein - "bouldern" bedeutet klettern in niedrigen Höhen ohne Seil. Der Boden darunter ist mit 30 Zentimeter dicken Matten ausgelegt. Die Kletterwände hingegen, an denen die Sportler mit Seilen gesichert sind, werden zwischen zwölf und 17 Meter hoch. Insgesamt erreicht das Gebäude eine Höhe von 19 Metern.

Wirtschaftsförderer Peter Heinze: "Ich will da jetzt endlich klettern", sagt er halb im Scherz. Aktuell werden im Gewerbegebiet des alten Güterbahnhofs drei Projekte verwirklicht. Neben der "Bergstation" ist es der Kfz-Verband, der kürzlich Richtfest feierte und sein Verwaltungsgebäude im Frühjahr 2017 fertigstellen will. "Zurzeit wird das Gebäude verklinkert und das Parkdeck im Bereich errichtet", sagt Heinze. Weitere Bautätigkeit ist durch die Hildener Firma Verdos Dosiertechnik zu erwarten, die in dem Gewerbegebiet unweit des Wendehammers an der Bahnhofsallee eine 427 Quadratmeter große Erweiterungsfläche gekauft hat. Dort soll bis zum nächsten Jahr eine Lagerhalle entstehen. "Ich bin sehr zufrieden mit dieser Entwicklung", sagt Heinze.

Bei der Kletterhalle sind die Anforderungen an die Statik groß. Doch zwischen dem Statiker und dessen aus baurechtlichen Gründen erforderlichem Prüfer gab es Differenzen, berichtet Bohn. Nachdem die beiden Existenzgründer nun einen neuen Statiker an Bord geholt haben, kann es weitergehen. Die Planungen für den Bau des Gebäudes sind abgeschlossen und werden nun in Stahl und Beton umgesetzt. Anfang Oktober soll der Verwaltungsbereich errichtet sein. Dann kommen die Kletterwände dran. Beide bilden zwar eine Einheit - die "Bergstation" - sind aber baulich gesehen zwei voneinander getrennte Gebäude und damit auch zwei Brandschutz-Abschnitte. Zurzeit werden die Aufträge für den Innenausbau vergeben. "Wir tun im Moment alles dafür, dass die Bergstation dieses Jahr fertig wird", sagt Bohn. Fünf Millionen Euro investieren die 26 und 32 Jahre jungen Männer in ihr Projekt. "Ich habe hier alles jemals Ersparte reingesteckt", berichtet Bohn. Ähnlich macht es sein Partner. Darüber hinaus sind an dem umfangreichen Finanzierungskonzept die Familien, Freunde, die Hausbank, die Kapitalbeteiligungsgesellschaft NRW, die Bürgschaftsbank NRW und die Kreditanstalt für Wiederaufbau beteiligt.

Im Oktober 2014 wurde erstmals an die Hausbank die erste Finanzierungsanfrage gestellt. Seither waren die Existenzgründer in der Planung gefordert - und auch frustriert: "Ich freue mich, wenn ich nie wieder im Leben etwas bauen muss", sagt Bohn schmunzelnd. Jetzt aber ist die alte Motivation wieder da, denn "jetzt wächst es jeden Tag. Man kann das Projekt jetzt langsam wirklich auch räumlich erleben, man kann es fühlen", so der 32-Jährige.

Quelle: RP
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