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Hilden
Närrisches Volk richtig gut drauf

Hildener feiern ihren verspäteten Rosenmontagszug
Hilden. Der Hildener Karnevalszug gestern war ein großer Erfolg. Es kamen zwar weniger Zuschauer, die aber waren begeistert. Von Dirk Neubauer und Alexandra Rüttgen

Unsicher waren sich Polizei und Ersthelfer, mit wie vielen Besuchern sie zu rechnen haben würden: Weil Erfahrungswerte fehlten, hatte das Rote Kreuz die Zahl seiner Einsatzkräfte aufgestockt. Statt 80 waren laut Einsatzleiter David Herresbach sogar 98 Helfer im Einsatz. Zusätzlich zum Einsatzpunkt am Hagelkreuz, wo das Rote Kreuz seit vier Jahren präsent ist, richtete die Hilfsorganisation einen zweiten Standort am Warrington-Platz ein.

Bilanz des Einsatzleiters bis 17 Uhr: An beiden Standorten waren vier Patienten zu versorgen. "Das waren im Vergleich zu den Vorjahren relativ wenig Einsätze." Drei Patienten waren betrunken, davon zwei unter 18 Jahre. Sie wurden in die Uniklinik Düsseldorf eingeliefert. Ein Patient kam mit internistischen Problemen wurde ins Hildener Krankenhaus gebracht. Ersten Schätzungen der Hilfsorganisationen zufolge beteiligten sich an diesem Karnevalszug weniger Zuschauer als an den üblichen Rosenmontagen. Auch die Zahl der Jugendlichen war geringer - das liegt vielleicht daran, dass heute die Abiturprüfungen beginnen.

Rosensonntagszug: Hildener Narren feierten bei 20 Grad FOTO: Staschik, Olaf

Am Samstagabend schunkelten sich die Hildener Jecken bereits warm. Prinz Joel Benedikt und Prinzessin Viola feierten ihre verlängerte Amtszeit in ihrer Hochburg, dem "Sportstudio" an der Mühlenstraße. Dort kam zu so ungewohnter Zeit die närrische Stimmung erst verzögert auf: Den jecken Schlachtruf unvermittelt in die Schlussphase des Bundesligaspiels Dortmund gegen Bremen auf dem wandfüllenden Digital-TV hineinzuschmettern - das traute sich zu früher Stunde noch niemand. Wer weiß, wie die "normalen" Gäste darauf reagieren? "Ach, der Wirt müsste einfach mal ein paar Karnevalslieder spielen - dann liefe die Sache schon", meinte Detmar Liebezeit vom Narrenkollegium. Die Luftschlangen von der vergangenen Karnevalsparty der ersten Jahreshälfte hingen schließlich auch noch.

Woran lag's? Als die Prinzengarde vor einiger Zeit die anderen Vereine anfunkte mit der Idee des jecken Vorabends zum Hildener Rosenmontag ZweiPunktNull, da waren alle Feuer und Flamme. Doch in der Zwischenzeit wurden alle Uhren auf Sommerzeit umgestellt, und von der Narretei vor der Fastenzeit blieb bloß die Erinnerung. "Eigentlich wollten mehr Gesellschaften kommen", sagte Dieter Dresbach von der Prinzengarde.

Weil nicht klar war, mit wie vielen Zuschauern zu rechnen war, stockte das Rote Kreuz (oben) die Zahl seiner Einsatzkräfte auf. Zum Hagelkreuz kamen jedoch weitaus weniger Jugendliche als sonst (unten). FOTO: Olaf Staschik

"Wir waren mit rund 60 Hildener Musketieren vor drei Wochen beim Rosensonntagszug in Düsseldorf. Da war auf den Straßen eine Bombenstimmung", erinnerte sich Musketier-Präsident Manfred Dyla. Und war begeistert darüber, dass Karneval jeden Zeitsprung besser übersteht als die meisten Raumschiffhelden im Kino. Entsprechend gut drauf waren die Musketiere, als sie am Samstag ihren Gesellschafts- und den Bagagewagen vollgeladen haben. "Wir werfen Chips, die wir kühl gelagert haben."

Vor allem die Damen der Garde freuten sich demgegenüber auf ein bisschen mehr Wärme im Zoch. Der war aufgrund der Sturmwarnung am Rosenmontag abgesagt worden. In Absprache mit der Katholischen Kirche einigte sich das Carnevals Comitee Hilden (CCH) darauf, ihn am Weißen Sonntag nachzuholen. Das war möglich, weil in Hilden gestern keine Kommunion stattfand.

Bürgermeisterin Birgit Alkenings (ja, das ist sie!) sagte die Gruppen vom Balkon des Bürgerhauses aus an. FOTO: Olaf Staschik
Quelle: RP
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