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Hilden
Naturschützer wieder unzufrieden über Umgang mit der Kastanie

Hilden. Die schützenswerte Kastanie auf der Heiligenstraße bereitet Dieter Donner, Sprecher des Umweltschutzvereins BUND, weiterhin Kopfzerbrechen. Gerade erst hatte er der Stadt angezeigt, dass Baumatrial und Unrat verbotenerweise direkt am Wurzelwerk des Baums gelagert würden. Von Gökçen Stenzel

Gerade erst hatte die Stadt als Bauaufsicht nach dem Rechten geschaut - da findet Donner nur zwei Tage später dieselbe Situation erneut vor. Man wolle wohl die Auflagen, die nach dem Bebauungsplan für die Kastanie gelten, nicht ernst nehmen, vermutet der Hildener. Er plädiert für eine Stilllegung der Baustelle. Die Kastanie liegt vielen am Herzen und sie soll dem späteren Wohngebiet den Namen geben: Kastanienhof, so soll er heißen.

Im April des vergangenen Jahres hatte die Bauaufsicht die Baustelle tatsächlich einmal stillgelegt. Die Krone des Baumes musste mit Bändern gesichert werden, zudem galt es damals, Bauschutt abzutransportieren. Das hat der Bauherr, die Firma Tecklenburg, auch umgehend erledigt. Als so dramatisch wie vor einem Jahr sieht Baudezernentin Rita Hoff die Lage diesmal aber nicht an. "Wir prüfen noch", sagte sie gestern. Sie sei selbst am Ort gewesen und habe von einer Gefährdung des Wurzelwerks, von dem Dieter Donner schreibt, nichts erkennen können. Die Bauaufsicht sei ohnehin in regelmäßigen Abständen auf den Baustellen der Innenstadt, die alle mit einem Platzproblem zu kämpfen hätten: "Es gibt gerade in der Hildener Innenstadt wenig Raum, um zum Beispiel Baumaterial oder größere Maschinen abzustellen." Dass auf verbotene Flächen ausgewichen würde, sei nachvollziehbar, wenn auch nicht zu dulden.

Eine weitere Schwierigkeit hat Hoff ausgemacht. Nicht alle Bauarbeiter können Deutsch, viele verstünden nicht, worum es geht. Deshalb ist oft genug der Umweg über den Bauleiter oder den Bauherrn nötig, um Veränderungen zu erwirken. Das ist Hilden nicht gewohnt. In der Stadt der kurzen Wege lässt sich immer sehr viel schnell absprechen, das anderswo einen langen Verwaltungsakt erfordern würde.

Quelle: RP
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