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Hilden
Neue Chancen für Schulabgänger: Ein Selbstversuch

Hilden. Studium, Ausbildung oder ins Ausland? Mit Hilfe eines Interessenstests kann es Antworten geben. Muss es aber nicht. Von Malte Prüfer

Psychologe André Rosenberger sitzt in einem modern eingerichteten Raum. Innerhalb der letzten zweieinhalb Jahren hat er etwa 150 Schüler beraten. "Eine Entscheidung", sagt der 31-Jährige, "kann ich Ihnen allerdings nicht abnehmen. Aber ich kann für Sie eine Hilfestellung sein, sich in Ihrer Berufsfindung zu orientieren."

Vielen Schulabgängern dürfte es derzeit ähnlich gehen: Nachdem einige die Schule schon im Frühjahr beendet haben, stellt sich für sie nun die Frage, wie es weitergehen soll. Ist ein Studium wirklich das Richtige? Oder ist doch eine Ausbildung viel eher geeignet? Auch das Ausland wäre eine Option. Eine Antwort, erhoffte ich mir, könne sich mit Hilfe eines Interessenstests finden lassen, wie er seitens des Hildener Unternehmens CosaCon angeboten wird (siehe Box).

Getestet wird hierbei mit Hilfe des wissenschaftlich anerkannten Selbsterkundungsverfahrens Explorix, das im Internet für einen Preis von 12,50 Euro für jedermann verfügbar ist und etwa 15 bis 20 Minuten beansprucht. Drei Stunden nimmt sich ein Psychologe bei CosaCon in der Regel außerdem zur Testauswertung der Schulabgänger Zeit, um einige Wochen später erneut mit den Kunden für eine Stunde das weitere Vorgehen zu beraten. Neben Interessen an Tätigkeiten, Fähigkeiten und persönlichen Eigenschaften werden auch Sympathien für Berufe erkundet. Die Testergebnisse zeigen schließlich, basierend auf einer Selbsteinschätzung, Stärken und Schwächen auf.

Dabei werden die Testpersonen nach den sechs Holland-Dimensionen, zurückgehend auf den amerikanischen Psychologen John L. Holland, kategorisiert. Eingeteilt werden Teilnehmende demnach nach einem Modell in Persönlichkeiten von künstlerisch-kreativ bis hin zu ordentlich-verwaltend. "Jeder trägt jede dieser Persönlichkeiten in sich. Nur sind sie bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt", erklärt mir Rosenberger.

Das Testergebnis allein überraschte nicht wirklich, schließlich kategorisierte es lediglich eigene Einschätzungen auf die genannten Persönlichkeitsprofile. "Der Test", erläuterte Rosenberger dann aber, "dient uns auch nur als Gesprächsgrundlage und mir, um Sie besser einschätzen zu können."

Tatsächlich erwies sich, dass der Psychologe in der Lage war, über die Testergebnisse hinaus zu beraten. So wusste er nicht nur die Vor- und Nachteile eines Studiums, einer Ausbildung oder eines dualen Studiums abzuwägen, sondern gab auch praktische, perspektivische Tipps für einen erfolgreichen Berufsstart. Außerdem schlug der Test, basierend auf dem Persönlichkeitsprofil, konkrete, potenzielle Berufe vor. An dieser Stelle inspirierte er, über neue Möglichkeiten nachzudenken. Berufe, die Schulabgänger schon lange kategorisch ausgeschlossen haben könnten, werden hierbei wieder zu einer ernsthaften Alternative und die anschließende Beratung regt an, sich für neue Optionen zu öffnen.

Ich finde, dass der Test vor allem für Schulabgänger ohne jegliche Zukunftspläne eine Antwort gibt. Doch auch Unentschlossene, die schon konkrete Pläne haben, werden entweder bestätigt, oder aber bekommen die Möglichkeit, sich gänzlich neu zu öffnen und sich mit Alternativen auseinanderzusetzen.

Die Entscheidung liegt bei mir.

Quelle: RP
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