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Hilden
Neue Leiterin kommt aus Stadtbücherei

Hilden: Neue Leiterin kommt aus Stadtbücherei
Claudia Büchel: „Die neue Aufgabe ist eine schöne Herausforderung“ FOTO: Christoph Schmidt
Hilden. "Bibliothek des Jahres": Mehr Lob geht nicht. Einmal im Jahr vergibt der Deutsche Bibliothekenverband, in dem 3000 von knapp 10.000 Büchereien in Deutschland organisiert sind, diese einzige nationale Auszeichnung. 2016 ging sie an die Stadtbücherei Hilden. Von Christoph Schmidt

Eine Sensation, weil in den Vorjahren stets Universität-, Staats- oder Großstadtbüchereien ausgezeichnet wurden. Und ein Riesenkompliment an Leiterin Claudia Büchel und ihr Team.

Doch spätestens im Oktober ist Büchel weg. Der Stadtrat von Münster hat die 42-Jährige einstimmig zur neuen Leiterin seiner Stadtbücherei gewählt. Für Hilden ein echter Verlust. "Die neue Aufgabe ist eine schöne Herausforderung", sagt Claudia Büchel. "Die Bibliothek hat einen guten Ruf. Und Münster ist eine wunderschöne Stadt." Zunächst will sie, die in Langenfeld lebt, pendeln. In Hilden war Büchel für rund 20 Mitarbeiter verantwortlich. In Münster werden es 80 sein. Die Stadtverwaltung Hilden muss jetzt die Nachfolge regeln. Büchels Stelle soll intern ausgeschrieben werden, bestätigt Personaldezernent Norbert Danscheidt. Mit anderen Worten: Es gibt offenbar genügend Kompetenz im eigenen Haus, der man zutraut, die sehr erfolgreiche Arbeit fortzusetzen. "Wir haben mehrere Bibliothekarinnen, die in Frage kommen", sagt Danscheidt. "Und wir hoffen, dass uns eine interne Lösung gelingt." Der Vorteil: Die Neue kennt sich bereits aus und muss nicht eingearbeitet werden.

Claudia Büchel habe sehr gute Arbeit geleistet, lobt der Personaldezernent: "Der Bibliothekspreis zeigt, dass man das auch anderswo bemerkt hat. Sie ist eine junge, sehr engagierte Leiterin und hat ihr Team immer zusammengehalten. Hilden hat eine sehr hochwertige Bibliothek für eine Stadt dieser Größe." Das sehen offenbar auch die Hildener so. Sie schätzen und nutzen ihre Bibliothek stark. Die Stadtbücherei ist die städtische Einrichtung mit den meisten Kundenkontakten. Rund 150.000 Frauen, Männer und Kinder besuchen pro Jahr den "Bücherturm" am Nove-Mesto-Platz. Umgerechnet war jeder Einwohner 2,8 Mal im Jahr da. Die 5000 Kunden der Stadtbücherei Hilden sind treu: 69 Prozent der Nutzer sind bereits länger als drei Jahre angemeldet und 55 Prozent länger als fünf Jahre. Rund 60.000 Medien hat die Stadtbücherei im Bestand. Jedes Buch, jede CD, jede Zeitschrift oder sonstiges Medium wird im Schnitt rund sechs Mal ausgeliehen.

Hilden ist zwar relativ klein, aber offenbar ein gutes Karrieresprungbrett. Auch Büchels Vorgängerin Gabriele Belloff wechselte 2009 in gleicher Funktion nach Bonn. Heute hat sie allerdings eine andere Aufgabe in der Bonner Stadtverwaltung. Auch Noosha Aubel ist von Hilden aus ein Karriere-Sprung geglückt. Zum 1. August wechselt die Leiterin des mit Abstand größten städtischen Amts (für Schule, Jugend und Sport) als Beigeordnete nach Potsdam. Die Personalberatungsfirma Kienbaum hatte sie als einzige Kandidatin aus 117 Bewerbern ausgewählt. Auch in diesem Fall hat sich Bürgermeisterin Birgit Alkenings für eine interne Lösung entschieden. Aubels Stellvertreter Ulrich Brakemeier übernimmt. Anja Voß, derzeit Sachgebietsleiterin Verwaltung im Jugendamt, wird seine Stellvertreterin.

Quelle: RP
 
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