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Haan
Neue Suche nach alten Schulen

Haan: Neue Suche nach alten Schulen
Das ursprüngliche Schulhaus war nach dem Umzug in den Neubau (links) Lehrerwohnhaus, Heimatmuseum, Ernährungsamt und Stadtbücherei. Es wurde 1972 abgerissen. Heute steht dort das Hallenbad Alter Kirchplatz. FOTO: Sammlung Kurt Martin
Haan. Reinhard Koll referiert über die drei ältesten Schulen in Haan, die nicht mehr existieren. Dazu gehören die Deutsche Gemeinschaftsschule Oberhaan, die Evangelische Schule Mittelhaan und die Evangelische Schule Unterhaan. Von Nicole Kuska

Fotos von Haaner Straßen aus längst vergangenen Zeiten, Klassenfotos aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts und alte Schulzeugnisse: Mit diesen Überbleibseln hat sich der "Bergische Geschichtsverein Haan" in der eigenen Stadt auf "Spurensuche" begeben. Im Restaurant zum Dom hielt der Haaner Historiker Dr. Reinhard Koll, ehemaliger Geschichtslehrer am Haaner Gymnasium, den Lichtbildervortrag "Spurensuche" über die drei ältesten Schulen Haans: "Von der Deutschen Gemeinschaftsschule Oberhaan, der Evangelischen Schule Mittelhaan und der Evangelischen Schule Unterhaan gibt es leider keine Spuren mehr, deshalb referiere ich heute über diese Schulen", erzählt Koll.

Bis zu 80 Schüler in einer Klasse

Die Deutsche Gemeinschaftsschule Oberhaan wurde 1785 an der Windfoche in Gruiten gebaut. 1830 verlegte man den Sitz an die Elberfelder Straße in Haan. Durch den ersten Weltkrieg, Straßenlärm und Gebietsabtretungen verlor die Schule viele Schüler: "Weil im ersten Weltkrieg viele männliche potenzielle Erzeuger um kamen, verringerte sich die Schülerzahl. Als 1925 Haan die Gebiete Tückmantel und Wibbelrath an Wuppertal abgeben musste, wechselten viele Schüler an die Schulen in den Nachbarorten", so der 67-jährige Koll. 1939 wurde die Schule endgültig aufgelöst, bevor sie 1944 einem Bombenangriff zum Opfer fiel und komplett zerstört wurde.

Die Evangelische Schule Mittelhaan war vor dem ersten Weltkrieg mit 230 Kindern die größte Schule in Haan. Sie befand sich auf dem heutigen Alten Kirchplatz. Ursprünglich diente ein 1771 erbautes Gebäude als Schule, später wurde nebenan ein Neubau errichtet, der allerdings 1933 nach dem Umzug zur Dieker Straße 49 (ehemalige Musikschule) abgerissen wurde. Wegen einer Grippewelle und durch den ersten Weltkrieg verlor die Schule viele Schüler.

Aus einer Heck-Schule, eine aus einer Bürgerinitiative heraus gegründete Schule, entstand die Evangelische Schule Unterhaan 1790. Diese befand sich auf der Kölner Straße 100. Aber etwas ist von der Schule übrig geblieben: "Damals wurde auf dem Schulhof eine Friedenseiche gepflanzt, die dort noch heute steht", erzählt das Geschichtsvereinsmitglied. Die Schulsituation zur damaligen Zeit unterschied sich zu der heutigen in einigen Dingen: "In einer Klasse saßen nicht selten 80 Schüler, die von dem Lehrer Prügel bekamen. Die Ausstattung war mangelhaft, denn bis auf eine Tafel, Bibeln, Lese- und Mathebücher gab es keine anderen Lehrmittel", betont Reinhard Koll.

Quelle: RP
 
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