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Hilden
Nonnen rocken die Bühne der Stadthalle

Hilden: Nonnen rocken die Bühne der Stadthalle
Ein Höhepunkt des Stücks war der Auftritt der die rockenden Nonnen, die das Publikum zu begeistertem Beifall brachten. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Mehr als 100 Beteiligte begeisterten mit dem Tanztheater-Stück "Begegnungen" ihr Publikum. Von Sandra Grünwald

Die Hildener Stadthalle ist voll besetzt. Alles verstummt gespannt, als das Licht ausgeht. Und dann geht es auch schon los mit den "Begegnungen", einem kurzweiligen Musik-Theater, auf die Bühne gebracht vom "Studio Opgenoorth" mit über hundert Darstellern, Tänzern, Schauspielern und Sängern. Ursprünglich geschrieben wurde das Stück von Angelika Opgenoorth anlässlich des Hildener Jugendkulturjahres 2004. Doch heute ist es noch genauso aktuell wie vor zwölf Jahren.

Als die Scheinwerfer angehen, entpuppt sich das Bühnenbild als doppeldeutig im wahrsten Sinn des Wortes. Die Häuserfassaden, die eine Tanzschule und einen türkischen Gemüseladen auf die Bühne zaubern, sind auf durchscheinenden Stoffbahnen aufgebracht, so dass bei einer entsprechenden Beleuchtung ein Blick ins Innere der Häuser geworfen werden kann. Eine äußerst effektive Bühnengestaltung, die den Spielraum vertieft und gleichsam eine Metapher für das äußere und innere Leben und Erleben der Menschen ist.

Denn in "Begegnungen" geht es um den menschlichen Alltag - vom Kind bis zum Senioren. So singen die Schüler "Ich will aber nicht in die Schule, holt mich bitte hier raus", während auf einer Bank zwei alte Damen mit Spazierstock sitzen und alles beobachten. Es geht um Begegnungen in der Nachbarschaft und die Vorurteile und Überzeugungen, die jeder mit sich herumträgt, ob bewusst oder unbewusst. Frau Meier - wunderbar hysterisch dargestellt von Esther Schier, will die Tanzschule verklagen, dabei wünscht sich die Tanzlehrerin Anthea Orthmann (Sylvia Hall) nichts anderes, als dass "wir uns einfach mal vertragen." Dabei wechseln die Szenen stets zwischen Straße und Innenraum, zwischen Schauspiel, Tanz und Liedern.

Im Büro singen die Angestellten "Working nine to five" und bringen die Stadthalle zum Brodeln. Dagegen klagt in der Tanzschule eine Jugendliche ihrer Freundin, dass ihre Mutter sich nur für den kleinen Bruder interessiert. Vernachlässigung und Mobbing kommen in den "Begegnungen" genauso vor wie die Übermutter, die ihrem Kind jedes Mal die Hände desinfiziert, wenn es etwas angefasst hat. Schade nur, dass manche Dialoge akustisch nicht bei den Zuschauern ankommen. Dabei sind vor allem die Straßenszenen äußerst liebevoll und mit viel Humor gestaltet, so dass das Publikum immer wieder über die Situationskomik lachen kann. Insgesamt bot das Studio Opgenoorth mit seinen "Begegnungen" einen vergnügten, aber auch nachdenklich stimmenden Abend, bei dem sich sicherlich jeder Zuschauer in irgendeiner der Figuren wiedergefunden hat.

Quelle: RP
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