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Hilden
Notfallpraxis: Bürgermeisterin schreibt geharnischten Brief

Hilden. Birgit Alkenings wendet sich gegen die Schließung der Praxis, die zum 1. Februar umgesetzt werden soll. Von Gökçen Stenzel

Im monatelangen Tauziehen um den Erhalt der Notfallpraxen im Kreis Mettmann hat sich jetzt Bürgermeisterin Birgit Alkenings (SPD) zu Wort gemeldet. Sie hat einen geharnischten Brief an alle involvierten Stellen samt Ministerium geschrieben. Darin steht unter anderem, dass der Beschluss der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KV), die Praxis in Hilden nicht zu übernehmen, gegen die Beschlüsse der Vertreterversammlung der KV verstößt. Alkenings fordert KV, die Ärztekammer und die Vertreterversammlung - an sie ist der Brief gerichtet - auf, sich an die eigenen Beschlüsse zu halten. Das beinhalte, dass die Praxis Hilden nicht per Handstreich geschlossen werde.

"Noch Mitte Dezember wurden Dienstpläne für die Monate Februar und März versandt, die von den Kreisstellen der KV und der Ärztekammer erstellt wurden", schreibt Alkenings. Diese Dienstpläne sehen vor, dass die Ärzte im Südkreis Mettmann wie bisher ihren Dienst in der Notfallpraxis Hilden bzw. in der Notfallpraxis Langenfeld zu verrichten haben. "Danach war davon auszugehen, dass auch über den 31. Januar hinaus beide Standorte erhalten bleiben, zumindest eine Entscheidung über die Aufgabe eines Standortes nicht kurzfristig erfolgen würde." In der Tat sah es nach Erstellung der Pläne so aus, als würden beide Praxen erhalten - von vornherein ein klares politisches Ziel.

Kurz darauf die Wende. Die KV habe sich entschieden, nur die Praxis Langenfeld weiter zu betreiben. Die Räume seien geeigneter, hieß es dazu. Dem Ärzteverein Südkreis, der die Praxis Hilden in den vergangenen Jahren betrieben hat, stehe es frei, dies weiterhin zu tun. Der Ärzteverein wiederum sieht sich "aus rechtlichen Gründen" nach der Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes dazu nicht mehr in der Lage und hat die Räume gekündigt.

Hildens Bürgermeisterin sieht die KV jedoch in der Pflicht, zumindest die verschickten Dienstpläne am alten Standort einzuhalten.

"In Erfüllung des vorliegenden Organisationsplanes muss der Betrieb der Notfallpraxis in Hilden und Langenfeld, sowie der Betrieb der kinderärztlichen Notfallpraxis Langenfeld aufrechterhalten bleiben", so Alkenings. Letztere soll ebenfalls ihren Betrieb einstellen. Die Folge wäre in beiden Fällen - so die Befürchtung -dass Kranke nicht in die Nachbarstadt fahren, weil sie dort lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssten. Sondern dass sie in die Ambulanzen der Krankenhäuser ausweichen, was gegen den erklärten Willen der Bundesregierung liefe.

Die Vertreterversammlung der KV hatte als Lösung vorgeschlagen, bei Bedarf zusätzliche Dependancen mit eingeschränkten Öffnungszeiten anzubieten. An diesen Vorschlag erinnert Alkenings nun. Wie Ärztekammer und KV reagieren, ist spannend: Der Brief dürfte inzwischen dort angekommen sein.

Quelle: RP
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