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Hilden
Nur zwei Einkaufssonntage - zunächst

Hilden: Nur zwei Einkaufssonntage - zunächst
Die "Eilige Einkäuferin" in der Innenstadt ist zum Symbol für die Einkaufsstadt Hilden geworden. Wie viele offene Sonntage es letztlich geben wird, hängt von der Landesregierung ab. FOTO: Jakob Studnar
Hilden. Stadtmarketing-Geschäftsführer Volker Hillebrand will das neue Ladenöffnungsgesetz der Landesregierung abwarten. Von Christoph Schmidt

Stadtmarketing-Geschäftsführer Volker Hillebrand hat nur zwei verkaufsoffene Sonntage in der Innenstadt für dieses Jahr beantragt: den 6. Mai mit Modenschau, Wein- und Frühlingsfest und den 16. September mit Autoschau und Oktoberfest. Darüber entscheidet der Stadtrat am Mittwoch nächster Woche. Im vergangenen Jahr hatte Hillebrand noch gesagt: "Hilden reichen vier Verkaufssonntage." Woher rührt der Sinneswandel?

"Wir wollen die von der Landesregierung beabsichtigte Änderung des Ladenöffnungsgesetzes abwarten", erklärt der Stadtmarketing-Geschäftsführer: "Deshalb haben wir zunächst nur zwei Einkaufssonntage beantragt. Wird das Gesetz wie angekündigt geändert, würden wir zwei weitere Termine für die Innenstadt beantragen. Und gegebenenfalls auch für die Möbelgeschäfte im Gewerbegebiet West." Bei maximal vier Einkaufssonntagen jeweils für die Innenstadt und für das Gewerbegebiet West würde es das Stadtmarketing jedoch belassen. "Das ist ein guter Kompromiss zwischen Shoppen und Arbeitnehmerschutz", glaubt Hillebrand. Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte einmal von acht verkaufsoffenen Sonntagen pro Stadt gesprochen - aktuell sind vier zulässig.

Die Gewerkschaft Verdi sorgte mit ihren erfolgreichen Klagen dafür, dass das geltende Ladenöffnungsgesetz auch tatsächlich eingehalten wird. Wichtig: Es muss ein Fest oder Event geben, das nachweislich mehr Besucher anzieht als der Sonntagsverkauf. Deshalb hatte das Stadtmarketing im vergangenen Jahr zur Modenschau mit Frühlingsfest eine Passantenbefragung und Besucherzählung (15.000 Personen) gemacht. Von den befragten 390 Personen gaben nur gut 18 Prozent an, zum "Einkaufen" in die Innenstadt gekommen zu sein.

28 Prozent waren wegen des Frühlings- und Weinfestes mit Modenschau da, 37 Prozent wollten nur bummeln. Diese Werte hat Hillebrand auch auf die Autoschau übertragen. Verdi hatte das zunächst kritisch hinterfragt. Nachdem das Stadtmarketing weitere Daten und Begründungen nachlieferte, hatte sich die Dienstleistungsgewerkschaft nicht mehr gemeldet. Bürgermeisterin Birgit Alkenings ist sich sicher, "dass der vorliegende Antrag des Stadtmarketings Hilden die strengen rechtlichen Voraussetzungen erfüllt". Die Autoschau sei auch keine Verkaufsveranstaltung von Einzelhändlern der Innenstadt, sondern eine "Ausstellung" im Sinne der Gewerbeordnung. Sie informiere über das Angebot, um den Absatz zu fördern: "Deshalb wird die Veranstaltung auch seit Jahren gemäß Paragraf 65 Gewerbeordnung vom Kreis Mettmann genehmigt."

Verdi habe gegen die Verkaufssonntage in Hilden im vergangenen Jahr keine Rechtsmittel eingelegt. Der Handelsverband Nordrhein-Westfalen Rheinland unterstützt den Antrag des Stadtmarketings, die Handwerkskammer Düsseldorf hat keine Bedenken. Die Evangelische Kirche spricht sich - wie schon in den Vorjahren - aus grundsätzlichen Erwägungen gegen den Einkauf am Sonntag aus. Die katholische Gemeinde Hilden hat sich nicht geäußert. Die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf spricht sich für die beiden verkaufsoffenen Sonntage aus.

Quelle: RP
 
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