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Hilden
Parade als Paradebeispiel - sozusagen

Hilden: Parade als Paradebeispiel - sozusagen
Die Hildener Schützen hatten viele Vereine von auswärts zu Gast - und Kaiserwetter bisher. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Der Festumzug durch die Stadt lebt von Pracht, vielen Gästen und guter Laune. Die Hildener Schützen konnten alles bieten. Von Eike Hövermann und Gökçen Stenzel

Wer gestern die Sonne nicht beim Schützenfest in der Innenstadt genoss, sondern bei einer der anderen Freiluft-Veranstaltungen in Hilden, der hat ihn verpasst - den großen Festzug der St. Sebastianus Schützenbruderschaft.

Um 14.30 Uhr begann die Aufstellung zum Umzug. "Am Ende bin ich immer froh, wenn alles gut geklappt hat", erzählte Schützenurgestein Doris Biesgen am Rande. "Wir haben in diesem Jahr auch eine Neuerung": Um der Umwelt gerecht zu werden, wurde erstmalig eine Seniorenkutsche eingesetzt. "Bisher hatten wir für die, die nicht mehr den ganzen Weg schaffen, Autos", die aber mit ihren Abgasen nicht mehr zeitgemäß seien, so Biesgen. Auch an anderer Stelle musste nachgebessert werden: Das Schützenzelt am alten Markt wurde dem nötigen Schallschutz angepasst.

Bei der Aufstellung am Warrington-Platz konnte dann ein erster Blick auf die Gastvereine geworfen werden. Gut 20 Karnevals- und Schützengruppen aus Hilden und dem Umland hatten sich mit Vereinsfahnen und -farben versammelt und boten den Schaulustigen ein buntes Bild. "Es ist Tradition, dass sich die Vereine gegenseitig zu den Umzügen einladen", sagte Roland Gottschalk von der St. Augustinus Bruderschaft Eller/Reisholz. "Zudem sieht es ja auch für die Zuschauer einfach besser aus, wenn viele verschiedene Uniformen unterwegs sind." Eine längere Anreise hatten die befreundeten Schützen aus dem hessischen Korbach bei Willingen: Sie waren bereits am Samstagmittag mit einem Reisebus eingetroffen, 37 Mann stark. Oder besser: Frau und Mann stark. Schließlich hatten alle Schützen ihre besseren und schöneren Hälften mitgebracht. Der Korbacher König Michael ließ sich noch im Zelt von seiner Nicole anziehen: "Erst das Jackett, dann die Kette!" Nicht umgekehrt. "Wir haben es bisher sehr genossen", erzählte Kaiserin Regine im bodenlangen weißen Brokatkleid. "Der Abend im Schützenzelt war eine Wucht - und jetzt sind wir auf die Parade gespannt." An den Füßen - fürs Publikum unsichtbar - trugen die pragmatischen Damen übrigens flache, lauftaugliche, Schuhe... Die Korbacher kommen alle paar Jahre nach Hilden.

Nach dem Weg durch die Innenstadt, traf der Umzug pünktlich um 15.45 Uhr vor dem Bürgerhaus auf der Mittelstraße ein. Beim Platzkonzert aller beteiligter Kapellen konnten sich die Zuhörer vom deren Können überzeugen - und mitklatschen. "Ich finde die Parade sehr schön. Die Musik lädt dazu ein, ein bisschen mitzuschunkeln", erzählte Geerta Götz (75). Auch jüngere Menschen zieht der Hildener Umzug mittlerweile an. "Ich spiele selber Saxophon und interessiere mich für das Brauchtum", sagte Annette Trappe (28). Im Anschluss zog die versammelte Mannschaft mit Ehrengästen aus Vereinen und Politik ins Festzelt, um dort den Tag bei Helene Fischer ausklingen zu lassen.

Quelle: RP
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