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Hilden
Parkautomaten bringen 345.000 Euro

Hilden: Parkautomaten bringen 345.000 Euro
16 Parkscheinautomaten betreibt die Stadt FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Hilden. Die Stadt Hilden schreibt die Leerung der Cent-Gräber für 2016 und 2017 neu aus - weil das wirtschaftlicher sei. Von Christoph Schmidt

In der Innenstadt gibt es acht Tiefgaragen (drei kommunale) und zahlreiche oberirdische Parkplätze. Die Gebühren für die oberirdischen Stellplätze sind im Vergleich günstig: 80 Cent die Stunde seit Anfang des Jahres. 16 Parkscheinautomaten betreibt die Stadt. Der Auftrag für die Leerung 2016 und 2017 wird aktuell neu ausgeschrieben. Die wichtigsten Fragen.

Warum lässt die Stadt nicht eigene Mitarbeiter diese Arbeit erledigen? "Private Unternehmen können das günstiger erledigen", sagt Dezernent Norbert Danscheidt, in dessen Aufgabenbereich (Ordnungsamt) die Parkscheinautomaten gehören: "Wir haben das 2014 noch einmal durchgerechnet." Bislang habe das die Firma Q-Park für die Stadt erledigt. Sie habe den Vertrag gekündigt. Deshalb werde jetzt ein neuer Dienstleister fürs Leeren gesucht.

Was ist so aufwendig an der Leerung der Parkautomaten?

Die Automaten müssen nicht nur regelmäßig geleert, sondern die Einnahmen auch gezählt, aufgelistet und zur Bank gebracht werden, erläutert Danscheidt: "Wir können den Berg von Münzen nicht einfach zur Bank bringen. Die lässt sich den Service auch bezahlen."

Besteht nicht die Gefahr, dass bei diesem Verfahren Parkmünzen abgezweigt werden? Es gibt verschiedene Sicherheitsvorkehrungen, erläutert der Dezernent. Die Automaten werden grundsätzlich von zwei Mitarbeitern geleert (Vier-Augen-Prinzip). Sie kommen mit dem Geld gar nicht direkt in Berührung. Es befindet sich in einer verschlossenen Kassette. Der Automat zählt die eingeworfenen Münzen und druckt bei der Leerung eine Quittung aus. Bei der Auszählung der Geldkassette müssen Inhalt und Quittung übereinstimmen.

Wie viel Geld nimmt die Stadt durch Parkgebühren ein? Im vergangenen Jahr waren das 344.745 Euro, weiß stellvertretender Ordnungsamtsleiter Daniel Beier. Die Leerung hat 18.350 Euro gekostet. In den nächsten Jahren rechnet Kämmerer Heinrich Klausgrete mit höheren Einnahmen, weil die Parkgebühren ab 2017 auf 1 Euro pro Stunde steigen sollen.

Verdient die Stadt mit dem Parken Geld? Nein, betont Kämmerer Heinrich Klausgrete. Die drei kommunalen Tiefgaragen fahren jedes Jahr einen Verlust von rund 300.000 Euro ein. Deshalb wurden sie an die Verkehrsgesellschaft der Stadtwerke übertragen. Sie können Gewinne und Verluste steuermindernd miteinander verrechnen. Die drei Tiefgaragen müssen für rund eine Million Euro saniert werden. Deshalb hat der Stadtrat beschlossen, die Parkgebühren für die städtischen Tiefgaragen und die oberirdischen Parkplätze zu erhöhen. "Mit der Erhöhung der Parkgebühren senkt die Verkehrsgesellschaft der Stadtwerke nur das Defizit für den Betrieb", betont Klausgrete: "Gewinne werden weiterhin nicht erzielt."

Wann werden die Parkautomaten erneuert? Sie müssen in den nächsten sechs bis acht Jahren ersetzt werden, sagt Danscheidt. Dann soll es auch neue Bezahlformen geben. Die Möglichkeit, bargeldlos mit dem Mobiltelefon zu zahlen, allerdings nicht. "Das ist für uns keine Option", so der Erste Beigeordnete: "In Mettmann beispielsweise werden auf diese Weise nur zwei Prozent des Umsatzes bezahlt. Da lohnt sich der Aufwand nicht."

Quelle: RP
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