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Auf Ein Wort York Peter Wolf
Partnerschaft statt Stacheldrahtzaun

Hilden. Wieviele Flüchtlinge werden 2015 zu uns kommen? Zuerst hieß es 450000, dann wurde die Zahl nach oben korrigiert, 750000 oder sogar eineMillion. Dahinter steht die Frage: Wann ist Schluss?

Ich denke: es gibt keinen Schluss. Es werden immer mehr Flüchtlinge versuchen, zu uns zu kommen. Wer kann es ihnen verdenken? In Syrien ist alles zerstört, radikal-islamistische Gruppen zerschlagen Menschenrechte, Religion und Kultur. Es gibt keine Lebensmöglichkeiten für die Menschen dort. Selbst wenn sie gerne bleiben möchten, müssen sie fliehen. Auch in manchen afrikanischen Staaten herrschen Lebensbedingungen, die die Menschen zur Flucht zwingen. Sie können nicht dort bleiben. Sie haben nicht die Wahl. Sie machen sich auf den weiten, gefahrvollen Weg, um ihr Leben zu retten.

Die Frage ist also nicht: wie viele kommen noch, sondern die Frage ist vielmehr: warum kommen nicht noch mehr? Der Flüchtlingsstrom wird doch nicht irgendwann aufhören, sondern es werden sicher mehr werden. Da helfen dann sicher keine Stacheldrahtzäune in Ungarn, keine Tunnel-Abschottung in Calais, und auch keine absichtlich schlecht geführten Massenunterkünfte, um die Menschen abzuschrecken.

Die Menschen werden sich solange auf den Weg machen, wie es in ihren Heimatländern unmöglich bleibt, in Ruhe und Frieden zu leben. Das ist es doch, was sie eigentlich wollen. Die Alternative zu hohen Stacheldrahtzäunen und elenden Zeltstädten wäre also, die Staaten, aus denen Menschen fliehen, müssen stabilisiert und menschenwürdige Lebensverhältnisse dort geschaffen werden. Damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben, und ihr Land wieder aufbauen und dort in Ruhe und Frieden leben können.

In der Republik Kongo in Zentralafrika leben unsere kirchlichen Partner. Ihr Heimatland ist das zweitärmste Land der Welt. Es fehlt das Allernötigste zum Leben. Warum machen sie sich nicht auf den Weg zu uns? Sie hätten 1000 gute Gründe dafür. Als unsere Partner hier in Deutschland zu Besuch waren, haben wir sie gefragt. Die Antwort war: Sie lieben ihr Land und wollen dort bleiben und es aufbauen. Auch wenn es mühsam ist und nur in ganz kleinen Schritten weitergeht.

Wir helfen ihnen dabei, Gesundheitsstationen zu bauen, Schulen, kleine Werkstätten. Partnerschaft aufbauen ist viel besser als Stacheldrahtzäune aufzubauen. Und, es macht mehr Freude, auf beiden Seiten.

Quelle: RP
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