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Hilden
Picknicker hinterlassen haufenweise Müll

Hilden. Mit dem warmen Wetter steigt auch die Menge des Unrats. Hegering-Sprecher ist sauer. Von Alexandra Rüttgen

Ein gutes Dutzend Fotos hat Markus Jäschke dieser Tage am Elbsee geschossen. Doch der Sprecher des Hildener Hegerings nahm nicht die schöne Landschaft in den Blick - vielmehr waren es die Hinterlassenschaften seiner Mitmenschen. Die Bilder zeigen verstreute Getränkedosen und Verpackungen an den Ufern, Toilettenpapier im Gebüsch und überquellende Mülleimer. "Über das Verhalten unserer Mitmenschen bin ich nach wie vor sprachlos", sagt Jäschke.

Und das nicht nur, weil der Unrat eine Belästigung fürs Auge ist - sie ist auch eine Gefahr für Wildtiere. So verenden Igel in leeren Joghurtbechern oder Getränkedosen, und kürzlich musste eine hochträchtige Ricke per Gnadenschuss von ihrem Leiden erlöst werden: Um ihre Fessel hatte sich ein Plastik-Ring zugezogen, der ihr das Blut in einem Fuß abschnürte. Sie humpelte nur noch auf drei Beinen. Der Fuß war abgestorben, einer der beiden Föten in Folge von Unterversorgung abgestorben. Der Hegering will nun handeln und plant, im Wechsel mit dem alle zwei Jahre laufenden "Dreck-weg-Tag" in Hilden eine eigene Aufräum-Aktion anzubieten. "Auch in unserem Jagdrevier kommen erhebliche Mengen an Müll zusammen", hat Jäschke beobachtet. In Düsseldorf - das dortige Ordnungsamt ist für die Müllbeseitigung am Elbsee zuständig - kennt man das Problem. Allein die Reinigung von Strand und Rheinwiesen sowie die Entleerung der Müllbehälter dort kostet die Landeshauptstadt 200.000 Euro pro Jahr. 100 Tonnen Abfall kommen allein auf diesen Grünflächen pro Saison zusammen. Und auch in Hilden sind Grünflächen wie der Stadtpark oder das Holterhöfchen an warmen Tagen stark betroffen. Daher führt der Weg der städtischen Bauhofmitarbeiter montags stets zunächst in die Grünanlagen, um Müll zu sammeln. "Dann ist dort erst mal Grundreinigung angesagt", sagt der Leiter des Bauhofs, Ulrich Hanke. Wie viel Unrat er und seine Leute aus den Grünanlagen herausholen, vermag er nicht zu schätzen. Doch allein in der Fußgängerzone stehen 130 öffentliche Mülleiner. "Und dennoch liegt immer wieder ein Teil daneben." Da reagieren die Kollegen auch schon mal stinksauer - dann, "wenn sie irgendwo gründlich sauber gemacht haben, nach ein paar Stunden daran vorbei fahren, und es sieht wieder genauso aus wie vorher."

Quelle: RP
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