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Hilden
Planung Gressard-Platz: Verkehr wird gezählt

Hilden: Planung Gressard-Platz: Verkehr wird gezählt
Blick von der Berliner Straße auf den Gressard-Platz. Der Verkehr fließt einspurig von der Ellerstraße in den Bereich, die zweite Spur ist für Einbieger. FOTO: ola
Hilden. Lange Diskussion um die Umgestaltung der Benrather Straße im Bereich Gressard-Platz: Politik hat Problem mit nur einer Fahrspur. Von Christoph Schmidt

Gut 300 Meter Benrather Straße zwischen Steinhäuser-Zentrum und Einmündung Mittelstraße erhitzen derzeit die Gemüter. Das Hildener Büro StadtVerkehr schlägt vor, die heute zwei Fahrspuren dort auf eine Fahrspur zu reduzieren. Dafür sollen für beide Richtungen 1,85 Meter breite Radschutzstreifen angelegt werden. Ziel: mehr Raum für Fußgänger, Radfahrer und Busnutzer (2500 täglich), die die nahe gelegene Fußgängerzone ansteuern.

Die Verwaltung, Grüne und FDP sind dafür. Die beiden größten Fraktionen SPD und CDU haben dagegen größte Zweifel, ob eine Fahrspur in der Lage ist, das Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Angefeuert werden diese Bedenken durch einen Brandbrief von Karl-ernst und Hans-Jürgen Braun. Die Eigentümer des Gewerbeparks Süd (Hofstraße), Wirtschaftsstandort mit 50 Firmen und Betreiber des Hildener Gründungszentrum, haben "größte Bedenken", eine Fahrspur wegzunehmen. Der gesamte Gewerbeverkehr werde über die Benrather Straße/Gressard-Platz abgewickelt. Schon heute gebe es häufig Staus. Die vom StadtVerkehr zugrunde gelegte Verkehrszählung aus dem Jahr 2001 (mit Hochrechnung) und eine Stichprobe in 2015 erscheint den Brüder Braun "als nicht aussagekräftig für die Zukunft". Die Unternehmer schlagen vor, eine aktuelle Verkehrszählung durchzuführen und bis dahin einen politischen Beschluss zurückzustellen. Für beide vorgeschlagenen Varianten (mit einer oder zwei Fahrspuren) wird zunächst eine Verkehrssimulation mit aktuellen Zahlen gemacht, beschlossen SPD und CDU mit ihrer Mehrheit. Sie soll zur Bürgerbeteiligung am 1. Oktober vorliegen, verspricht Tiefbauamtsleiter Harald Mittmann. Die Stadt wird nur dann Fördermittel vom Land erhalten, wenn die Umgestaltung "deutliche Verbesserung für den Öffentlichen Personennahverkehr" mit sich bringt, betont Baudezernentin Rita Hoff: "Wenn wir das nicht erreichen, kann es sein, dass das Projekt stirbt." "Die Leistungsfähigkeit der (Benrather) Straße wird durch die Knotenpunkte, nicht durch die Strecke bestimmt": Darauf weist Lutz Groll, Verkehrsplaner im Rathaus hin: "Die Kreuzungen vor und hinter dem Gressard-Platz bleiben unverändert." Staus entstünden nur zu wenigen Spitzenzeiten, sagt Jean Marc Stuhm, Geschäftsführender Gesellschafter von StadtVerkehr: "Wichtig ist die Koordination der Ampeln vor und hinter dem Gressard-Platz." Eine attraktive Innenstadt sei genau so wichtig wie Gewerbe.

Fußgänger müssen heute vier Fahrspuren auf der Benrather Straße (zur Mittelstraße hin) überqueren, erläutert Tiefbauamtsleiter Harald Mittmann: "Das bedeutet weniger Grünzeit für den Verkehr." Fallen zwei Fahrspuren weg, bräuchten die Fußgänger auch weniger Grünzeit. Davon könnte dann wiederum der Verkehrsfluss profitieren.

Quelle: RP
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