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Hilden
Planung Schützenstraße ist in der Kritik

Hilden: Planung Schützenstraße ist in der Kritik
Kerstin Knott mit einer Skizze des Geländes an der Schützenstraße, das mit mehreren Objekten bebaut werden soll. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Zur Bürgeranhörung kamen mehr als 50 Anwohner. Ihre Ansichten zur Bebauung waren durchaus unterschiedlich. Von Sandra Grünwald

Rund fünfzig Bürger - überwiegend aus der unmittelbaren Nachbarschaft des betroffenen Geländes - waren ins Bürgerhaus gekommen. Sie wollten sich nicht nur über den Bebauungsplan Nr. 263, der die Grundstücke an der Schützenstraße 41 bis 43 im Süden von Hilden betrifft, informieren, sondern auch ihre Einwände und Änderungsvorschläge unterbreiten. Zurzeit steht dort noch ein kleines, nicht mehr bewohntes Einfamilienhaus mit Anbau, der Großteil des Grundstücks ist Gartenland.

Diese Bürgeranhörung erfolgte in einem noch recht frühen Stadium der Planung und war die erste Einbeziehung der Öffentlichkeit in die Entwicklung. Eine zweite Möglichkeit der Einflussnahme haben die Bürger dann nach der Offenlage.

Doch zunächst einmal stellte Jan Roth vom Haaner Planungsbüro "ISR - Innovativ in Stadt und Raum" drei Bebauungsvarianten des 3070 Quadratmeter großen Geländes vor und betonte die Planungsziele, bei welchen es vor allem um die Nachnutzung der Fläche, um die Erschließung von Wohnraum und den sparsamen Umgang mit Grund und Boden geht.

Variante 1 beinhaltet ein Mehrfamilienhaus an der Straßenfront und im Hinterland, das durch einen Privatweg erschlossen wird, zwei zweigeschossige Doppelhäuser und drei zweigeschossige Einzelhäuser. Insgesamt wären das vierzehn Wohneinheiten. Dazu käme ein Garagenhof für den ruhenden Verkehr. In Variante 2 sind dagegen begrünte Carports geplant. Außerdem sind die Einzelhäuser hier eingeschossig angelegt. Somit würden hier ebenfalls vierzehn Wohneinheiten geschaffen werden.

Variante 3 sieht für den parkenden Verkehr eine Tiefgarage unter dem Mehrfamilienhaus vor. So stünde genügend Grund zur Verfügung, um mit einem zusätzlichen zweigeschossigen Einzelhaus insgesamt fünfzehn Wohneinheiten zu erschließen.

Im Anschluss nutzten die Bürger die Möglichkeit, ihre Meinung und ihre Bedenken vorzutragen. Dabei waren die Ansichten durchaus sehr konträr. So wurde ein alternativer Bebauungsplan vorgelegt, der eine barrierefreie Bungalow-Siedlung mit begrünten Dachflächen vorschlägt, mit dem weniger Wohneinheiten erschlossen würden.

Von anderer Seite wurde dagegen angeregt, wenn das Gelände schon bebaut werden soll, dann doch unter sozialen Gesichtspunkten mit Wohnblocks, um weit mehr Wohneinheiten zu schaffen. Auch wurde auf den Artenschutz hingewiesen, auf Greifvögel und andere Tiere, die in den unbebauten Gartenflächen heimisch seien, was von einem Gutachter noch geprüft werden soll. Genauso wie die Lärmbelästigung, die durch die Autos der neuen Anwohner im Hinterland hervorgerufen wird.

Das Inhaltsprotokoll der Bürgerbeteiligung ist öffentlich und wird dem Stadtentwicklungsausschuss und dem Rat zur Verfügung gestellt, aber auch auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht.

Im Vorfeld der Bürgeranhörung hatten Anwohner protestiert: Jerome und Kerstin Knott befürchten, dass ihr Bungalow von den Neubauten überschattet und eingekesselt wird. Das Ehepaar hat eine Interessengemeinschaft gegründet und mehr als 400 Briefe zu dem Thema in der Nachbarschaft verteilt. Die Facebook-Gruppe der Interessengemeinschaft hat aktuell 54 Mitglieder. Nach der Bürgeranhörung postete Kerstin Knott: "Vielen Dank für eure rege Beteiligung in der Bürgeranhörung. Ich bin der Meinung, dass wir uns gut geschlagen haben!"

Quelle: RP
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