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Hilden
Politik erhöht Druck auf National Express

Hilden. Nach den Zugausfällen der RB 48 wird gefordert, Pannen beim privaten Bahnbetreiber bei künftigen Vergaben zu berücksichtigen. Das Unternehmen will nächste Woche neue Lokführer einzusetzen. Von Martin Oberpriller und Günter Tewes

"Wir haben zurzeit keine Schwierigkeiten mit Zugausfällen", sagte ein Sprecher des privaten Bahnunternehmens National Express auf Anfrage unserer Redaktion - und gab so zumindest schon mal eine vorläufige Entwarnung, nachdem es zuletzt bei dem Betreiber der Regionalbahn RB 48 sowie des Regionalexpresses RE 7 nicht gerade rund gelaufen war.

Weil sich mitten in der Urlaubszeit überraschend weitere der für die RB 48 vorgesehenen Lokführer krankgemeldet hatten, war der Fahrplan der Regionalbahn an einigen Tagen Ende Juli förmlich kollabiert. National Express hatte vor allem in den Morgenstunden ganze Züge auf der wichtigen Strecke zwischen Wuppertal und Köln beziehungsweise Bonn einfach ersatzlos gestrichen. Ergebnis: Für viele, durch den gleichzeitigen Schienenersatzverkehr ohnehin schon genervte Pendler war am Bahnhof Leichlingen Endstation.

Eine bislang beispiellose Pannenserie im Öffentlichen Nahverkehr der Region, die nach wie vor für Verärgerung sorgt. So haben nun zahlreiche Politiker den Druck auf den britischen Bahnbetreiber merklich erhöht. "Wir müssen feststellen, dass es bei National Express immer wieder zu Problemen kommt", sagte der Solinger Landtagsabgeordnete Josef Neumann (SPD), der darum genauso wie sein Bundestagskollege von der CDU, Jürgen Hardt, Konsequenzen verlangte.

So forderte Sozialdemokrat Neumann, bei künftigen Vergaben von Linien im Schienenverkehr müsse unbedingt über Vertragsstrafen für die Bahnbetreiber gesprochen werden, sollten diese sich nicht an die Vorgaben halten. Und Christdemokrat Hardt mahnte an, die bislang deutlich gewordenen Probleme bei National Express in die Überlegungen mit einzubeziehen, wenn es später darum gehe, die Strecken neu zu vergeben.

Eine Neuausschreibung der RB 48 ist indes zurzeit noch reine Zukunftsmusik; National Express hat den Betrieb der Strecke unter anderem vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr bis zum Jahr 2030 zugesprochen bekommen.

Lokführer von der Bahn zu mieten, ist wegen des Vorlaufs keine Option. Zum 1. August sind neue Lokführer eingestellt worden, die nach ihrer Schulung ab der kommenden Woche nach und nach auf den Triebwagen der RB 48 eingesetzt werden.

Quelle: RP
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